Waldwunderwoche Die Abkühlung kommt aus dem Schlauch

Von Philipp Braitinger 

Bei der Waldwunderwoche sorgt die Feuerwehr für eine Erfrischung.

Beim Hüttenbau im Wald sind vereinte Kräfte gefragt. Foto: Braitinger
Beim Hüttenbau im Wald sind vereinte Kräfte gefragt. Foto: Braitinger

Eislingen - Wasser marsch! Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius spielen und toben in dieser Woche 62 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren auf dem Eislinger Pfadfinderplatz. Für eine Erfrischung sorgt bei der sogenannten Waldwunderwoche, einem Ferienprogramm­ der Stadt, die örtliche Feuerwehr. Sie kommt regelmäßig mit einem Löschwagen vorbei und bereitet eine Abkühlung. Außerdem bieten die Organisatoren­ schattige Plätze wie die so genannte Ruheecke zum Entspannen an.

Dass die getroffenen Maßnahmen wirken, ist den Kindern anzumerken. Bei ihnen­ ist von hitzebedingter Erschöpfung nichts zu sehen. Im Schatten der Bäume rund um den Pfadfinderplatz wird fleißig gewerkelt. „Man kann jeden Tag etwas anderes machen“, freut sich die zehnjährige Rebecca. Neben ihr stehen Benno (10) und Noah (6). Auch sie betonen, dass das Ferienprogramm­ großen Spaß macht. „Mir gefällt alles hier“, sagt Noah. Derzeit arbeiten sie an einer Holzhütte, die einmal als Tierpflegestation dienen soll, wie Benno verrät. Es muss Holz geholt, zugesägt und befestigt werden. Damit am Ende alles gut zusammenhält, werden zunächst dicke Balken in den Boden gerammt – diese schweißtreibende Arbeit übernehmen allerdings­ die Betreuer.

Es helfe viele Ehrenamtliche mit

Die Organisatoren sorgen währenddessen für ausreichend Getränke. „Wir haben Glück, dass wir im Wald arbeiten“, sagt Heike Kirn. Sie arbeitet als Schulsozialarbeiterin sowie im städtischen Kinder- und Jugendbüro. In diesem Jahr leitet sie die beiden Waldwunderwochen. In der ersten Woche haben bereits 86 Kinder mitgemacht. Für die zweite Woche wurden etwas weniger Anmeldungen entgegengenommen.

Betreut werden die jungen Teilnehmer des Ferienprogramms von rund 30 ehrenamtlichen Unterstützern. Viele von ihnen haben als Kinder selbst bei der Waldwunderwoche mitgemacht. Im Jugendalter engagieren sie sich nun als Betreuer. Auch Eltern­ sind unter den zahlreichen Helfern. In der Küche bereitet am Montag der Vater Jürgen Eisele mit einem Küchentrupp eine Bolognesesoße zu. Zwischen zehn und 15 Liter werden es am Ende sein, schätzt er. Gekocht wird täglich frisch auf mehreren Gasherdplatten. Und ein vegetarisches Hauptgericht steht auch immer auf dem Speiseplan für den Mittagstisch.

Eingebettet sind alle Aktionen und Spiele in eine Rahmengeschichte. Der Titel in diesem Jahr lautet „Räuberwald“. Vor ihrem gemeinsamen Marsch von der Eislinger Siedlungsgrenze bis zum Pfadfinderplatz im Norden wurde den Kindern von einem Baron aufgetragen, die bösen Räuber im Wald zu fangen. Doch die Räuber waren vorbereitet. Sie haben die Kinder auf ihrem Weg zum Räuberwald überfallen und den Baron erst entkleidet und dann in die Flucht geschlagen. Die Kinder konnten ihren Weg aber fortsetzen.

Die Räuber helfen den Armen

Angekommen am Pfadfinderplatz stellte sich heraus, dass die Räuber die gestohlenen Waren des Barons unter die Armen verteilen, die sich aufgrund der hohen Steuern kaum noch etwas­ zum Essen kaufen können. Wie bei Robin Hood, beschreibt die Organisatorin Heike Kirn das Verhalten der Räuber.

Die Kinder schlagen sich schnell auf die Seite der Räuber. Mit dem Hüttenbau wollen sie den armen Leuten im Wald helfen. „Der Plan der Kinder ist es im Moment, den Baron abzusetzen und ihm die Lizenz zum Erheben von Steuern zu entziehen“, verrät Kirn. Wie die Geschichte ausgeht, ob der Plan gelingt, das stellt sich aber erst am Freitag heraus. Dann werden die Kinder samt ihren Eltern zum großen Finale auf den Pfadfinderplatz eingeladen.