Walz-Areal in Stuttgart-Weilimdorf Stadtverwaltung steht vor Mammutaufgabe

Von Marta Popowska 

Die Zukunft des Walz-Areals und der umliegenden Grundstücke in Stuttgart-Weilidorfnimmt erste Formen an

Lange war unklar, was aus dem Walz-Areal wird. Nun könnte entweder eine Wohnbebauung oder  Sportstätten errichtet werden. Foto: Archiv Martin Braun
Lange war unklar, was aus dem Walz-Areal wird. Nun könnte entweder eine Wohnbebauung oder Sportstätten errichtet werden. Foto: Archiv Martin Braun

Weilimdorf - Lange hat die Bevölkerung darauf warten müssen und „sie verbindet viele Hoffnungen damit“, sagte Weilimdorfs Bezirksvorsteherin Ulrike Zich zu Beginn der Diskussion. Die Zukunft des Walz-Areals und der umliegenden Grundstücke zwischen der Bundesstraße 296 und der Engelbergstraße war das große Thema in der Sitzung des lokalen Gremiums am vergangenen Mittwochabend. Die Stadtplaner präsentierten eine Reihe an Möglichkeiten, die aus ihrer Sicht möglich seien, wie Wohnbebauung, neue Sportflächen, ein Bürgerhaus oder gar ein Lehrschwimmbecken. Auch die Wunschliste des Bezirks ist lang, doch die Diskussion machte deutlich, dass womöglich nicht alles zu realisieren sein wird – nicht zuletzt aufgrund der erwarteten Lärmbelastung.

Dass es ein langer Abend werden würde, war allen Anwesenden im Vorfeld klar. Gut zwei Stunden dauerte die Diskussion um das Städtebauliche Entwicklungskonzept im Bezirksbeirat, ehe die Bezirksvorsteherin Ulrike Zich die Sitzung beendete und die übrigen Punkte des Tagesordnung auf die kommende Sitzung im April vertagte. Die zahlreichen Anmerkungen und Wünsche der Räte machten eine Abstimmung schlichtweg unmöglich. „Wir werden versuchen, die Vorschläge aufzunehmen, um eine Abstimmungsgrundlage im April zu haben“, sagte Zich am Ende.

Am Schluss soll ein Gesamtkonzept stehen

Das Areal, das 21 Hektar misst, haben die Stadtplaner in vier Bereiche unterteilt (siehe Grafik). „Es ist schön, dass das Plangebiet mittig im Bezirk liegt. Am Schluss soll ein Gesamtkonzept stehen“, sagte Thomas Noller vom Stadtplanungsamt, der mögliche Szenarien skizzierte.

Und die könnten grob wie folgt aussehen: Auf dem ersten, 1,9 Hektar großen, Areal „A“ zwischen Schnatzgraben und Solitudestraße befindet sich derzeit das Jugendhaus, die temporäre Kindertagesstätte sowie eine Flüchtlingsunterkunft. Hier biete sich Platz für das erhoffte Bürgerhaus und eine Parkfläche. Für diesen Bereich gab es keine Kritik aus der Runde.

Für Diskussionen sorgten das mit mehr als sieben Hektar zweitgrößte, mittlere Areal „B“, das den nördlichen Teil des Walz-Areals sowie die Sportanlagen des SG Weilimdorf umfasst sowie der Bereich „C“ mit 2,4 Hektar und dem südlichen Teil des Walz-Areals samt einem alten Wohngebäude. Laut den Stadtplanern und dem Amt für Sport und Bewegung seien in diesem Bereich verschiedene Szenarien denkbar.

Mischung aus sportbezogener Nutzung und Wohnbebauung

Ein Entwicklungsszenario sieht eine Mischung aus sportbezogener Nutzung sowie einer Wohnbebauung vor. Neue Sportplätze samt neuer Sporthalle sind laut Martin Hampp vom Sportamt geplant, denn Weilimdorf hat ein großes Defizit in diesem Bereich. Eine Wohnbebauung zwischen Engelbergstraße und Sportanlagen wurde in zwei Varianten präsentiert: Einmal auf dem Areal „C“. In einer weiteren Version dehnen sich die Wohnhäuser noch in den nördlichen Bereich des Walz-Areals aus. Ein zweites mögliches Szenario konzen­triert sich auf eine reine Sportnutzung. So könnte dort auch ein Lehrschwimmbecken Platz finden. Letztere wird von der SG Weilimdorf präferiert. Der Sportverein hatte sich in einem Schreiben an Stadt und Räte gewandt und seine Wünsche als auch die Überlegungen, sich zu vergrößern, geschildert. Man würde zwar auch eine Variante mit Wohnbebauung mittragen, allerdings nur, wenn sich eine Lösung in Sachen Lärmbelastung fände.

Denn die weiteren Ausführungen der Experten legten auch offen, dass im Falle einer Wohnbebauung umfangreiche Lärmschutzmaß­­nahmen erfolgen müssten. Angesichts des Lärms, der von den Sportplätzen ausgehe, erklärten die Experten der Stadt auch, dass unter anderem eine vier Meter hohe Schallschutzwand nötig würde. Angesichts dieser Aussicht äußerten die Freien Wähler, Bündnis90/Die Grünen sowie die FDP Bedenken an einer Wohnbebauung.

Wunsch nach einem Lehrschwimmbecken

Michael Schrade (Freie Wähler) bedauerte, dass die Vorschläge etwa kein Pflegeheim berücksichtigen würden. Da bei Pflegeeinrichtungen ebenfalls strenge Richtlinien gelten, was den Lärmschutz angeht, sei dies ebenfalls problematisch, so die Stadtplaner. „Wir prüfen das maximal denkbare“, betonte Thomas Noller. Von SPD und Freien Wählern kam zudem die Anmerkung, mit der Bebauung im Bereich „A“ zügig zu beginnen. Denn hier besitzt die Stadt die Grundstücke. Anders sieht es bei den Flurstücken in den Bereichen „B“ und „C“ aus. So befinden sich der nördliche Teil des Walz-Areals und ein Wohngrundstück in Privatbesitz. Und auch der südliche Teil besteht aus mehreren privaten Grundstücken. Die Stadt plane, zeitnah auf die Eigentümer zuzugehen, war zu hören.

Das Areal „D“ nördlich des Schnatzgrabens wird möglicherweise unverändert bleiben. Da der geltende Bebauungsplan eine Schwimmbadfläche vorsieht, kam der Wunsch, das Lehrschwimmbecken auf dem Areal anzusiedeln, sollte es sich nicht an anderer Stelle realisieren lassen. Im nächsten Schritt werden die Vorschläge in die präsentierte Vorlage eingearbeitet und in der kommenden Sitzung des Bezirksbeirats am 10. April abgestimmt.

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