Wanderwege in Vaihingen Auf neuen Wegen zur Hutteneiche

Von Stefanie Käfferlein 

Die Ortsgruppe Vaihingen des Schwäbischen Albvereins hat Wege neu ausgewiesen. Am Samstag soll es eine erste öffentliche Wanderung zur Hutteneiche geben.

Rainer Hertneck, Wegwart der Ortsgruppe Vaihingen des Schwäbischen Albvereins,  hat in Rohr und Vaihingen Strecken neu ausgewiesen. Foto: Stefanie Käfferlein
Rainer Hertneck, Wegwart der Ortsgruppe Vaihingen des Schwäbischen Albvereins, hat in Rohr und Vaihingen Strecken neu ausgewiesen. Foto: Stefanie Käfferlein

Vaihingen - Rainer Hertneck hat ganze Arbeit geleistet. In den vergangenen zwei Wochen war der Wegwart der Ortsgruppe Vaihingen des Schwäbischen Albvereins mit Leiter und Materialkorb ausgestattet unterwegs, um neue Wegezeichen mit roten Kreuzen und Schilder mit blauen Strichen aufzuhängen. „Wir haben Strecken an der Rohrer Höhe, am Katzenbachsee und im Lauchhau stellenweise neu ausgewiesen“, sagt Hertneck.

Der Grund für die Änderung: die einst idyllisch gelegenen Routen führten in den vergangenen Jahren auf asphaltierten Straßen entlang. „Auf der Rohrer Höhe sind die Wanderer, die in Richtung Vaihingen unterwegs waren, die gesamte Thing-straße entlang gelaufen“, sagt Hertneck. Diejenigen, die auf der mit dem blauen Strich gekennzeichneten Wegen wanderten, seien bisher lange an der Büsnauer Straße gelaufen.

Wege sollten zurück in die Natur

In beiden Fällen wollte er die Strecke zurück in die Natur bringen. „Das ist schließlich eine der Aufgaben des Schwäbischen Albvereins seit seiner Gründung 1888“, erklärt Hertneck. Sei es früher vor allem darum gegangen, neue Wege zu finden und diese auszuschildern, seien die Aufgaben heute vielmehr die Überarbeitung und Pflege. „Ich gehe jeden Weg mindestens dreimal im Jahr ab“, erzählt der Wegwart.

Bevor er sich mit Hammer und Tafeln ausrüsten und die Schilder aufhängen durfte, war allerdings Vorarbeit nötig. „Zu Beginn muss man überprüfen, ob es überhaupt alternative Wegstrecken gibt“, erklärt Hertneck. In einer Karte mit dem Maßstab 1:25 000 hat der Wegwart die neuen Strecken anschließend eingezeichnet und beim Gauwegmeister eingereicht. „Er muss neue Strecken genehmigen“, sagt Hertneck. Ebenso wie das Forstamt. „Danach geht das Ganze ans Landesvermessungsamt, das die Wege offiziell einträgt“, sagt Hertneck. Die Formalitäten hat der Wegwart im vergangenen Jahr erledigt und die Tafeln bestellt. „Nur an gesunden Stämmen dürfen die Wegezeichen angebracht werden“, sagt Hertneck. Bei einem glatten Stamm würden die Symbole aufgemalt, bei geriffelten Stämmen hat der Wegwart die Tafeln mit Aluminiumnägeln und einem Unterlegholz befestigt.

Hutteneiche wird einmal im Jahr zum Leben erweckt

An der Ecke Thingstraße/Musberger Straße zweigt der von Hertneck ausgewiesene Weg künftig in den Wald ab und führt an der Panzerstraße vorbei zur Hutteneiche, durch den Buchrain, am Buchrainfriedhof vorbei hin zum Katzenbachsee. Der blau gekennzeichnete Pfad führt nach dem Kreisverkehr am Wohngebiet Lauchhau-Lauchäcker von der Straße weg, am Naturfreundehaus vorbei zum See. Die Hutteneiche liegt nicht direkt auf dem neuen Streckenabschnitt. Hertneck hat dafür einen neuen Stichweg ausgewiesen. Als Rohrer kennt der Wegwart die Geschichte, die sich um die Eiche rankt. 1515 soll Herzog Ulrich von Württemberg seinen einstigen Freund und Stallmeister Hans von Hutten mit seinem Schwert erstochen und ihn an einer Eiche aufgehängt haben. Einmal im Jahr wird der Baum von den Rohrer Waldhexen zum Leben erweckt.

Den Rest des Jahres führt der Baum ein Schattendasein. Das soll sich nicht nur durch den neuen Weg ändern. Der Bürgerverein Vaihingen-Rohr-Büsnau will die alte Infotafel austauschen. „Wir wollen beispielsweise eine Messingtafel anbringen, wegen der Witterungsbeständigkeit“, erklärt der Vorsitzende Frank Otto Huber. Helga Class sei diejenige gewesen, die das Thema beim Bürgerverein angesprochen hatte. Zudem soll auf der Tafel auch künftig das Gedicht des ehemaligen Vaihinger Bezirksvorstehers Walter Mezger zu lesen sein. „Wir hoffen, dass wir die Tafel noch dieses Jahr anbringen können“, so Huber.

Sonderthemen