Warndienst vor Sturzfluten Landesanstalt für Umwelt arbeitet an Warn-App

In Braunsbach  war 2016 der Orlacher Bach zu einer reißenden Sturzflut geworden. Dadurch entstanden massive Schäden. Foto: dpa/Marijan Murat
In Braunsbach war 2016 der Orlacher Bach zu einer reißenden Sturzflut geworden. Dadurch entstanden massive Schäden. Foto: dpa/Marijan Murat

In Baden-Württemberg soll es künftig einen Warndienst vor Sturzfluten geben. Bis eine Warn-App für das Smartphone zur Verfügung steht, dürfte es aber noch dauern.

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Karlsruhe - Nach dem Vorbild der Hochwasser-Vorhersagezentrale (HVZ) soll es bald auch einen Warndienst vor Sturzfluten geben. Zwar dürfte eine Warn-App für das Smartphone noch etwas dauern. „Wir sind erst am Anfang der Entwicklung“, sagte die Präsidentin der Landesanstalt für Umwelt (LUBW), Eva Bell, am Mittwoch bei der Vorstellung der Jahresbroschüre ihre Behörde in Karlsruhe. Sturzfluten in Folge von Starkregen hätten in den letzten Jahren große Schäden verursacht. Insbesondere das Ereignis in Braunsbach sei noch in lebhafter Erinnerung. Man arbeite deshalb daran, die Menschen vor Ort möglichst frühzeitig vor solchen Naturereignissen zu warnen.

In Braunsbach (Kreis Schwäbisch Hall) war am 29. Mai 2016 der Orlacher Bach, sonst ein Rinnsal, zu einer reißenden Sturzflut geworden. Gigantische Wassermengen rissen alles mit, was im Wege stand: Teile von Häusern, Autos und Bäume, 50 000 Tonnen Geröll.

Experten setzen auf Radarmessungen von Niederschlägen

Zentrale Eingangsgröße bei der Berechnung von Sturzfluten sei der Niederschlag, so Bell. „Die genaue Abbildung des gefallenen und vorhergesagten Niederschlags ist daher von großer Bedeutung.“ Um Starkregen besser vorhersagen zu können, setzen die Experten auch auf Radarmessungen von Niederschlägen. Die werden schon von der HVZ seit einigen Jahren für ihre Vorhersagemodelle genutzt.

Um mit den Modellen auch Hochwasser in Folge von extremen Starkregen realistisch nachbilden zu können, wurde 2020 unter anderem ein Baustein weiterentwickelt, der die Versickerung des Wassers in den Boden simuliert. Hierbei soll der schnelle Oberflächenabfluss - die Hauptkomponente eines Sturzflutereignisses - künftig besser berechnet werden. Für 16 kleine Gebiete im Land seien schon Testrechnungen gemacht worden. Ziel sei es, Modelle zu optimieren und damit den reellen Abfluss an einem Flusspegel bestmöglich zu simulieren.

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