Warnstreik bei der Post Tausende Briefe in Baden nicht zugestellt

ostboten streiken vor einer Filiale der Deutschen Post Filiale. Foto: dpa
ostboten streiken vor einer Filiale der Deutschen Post Filiale. Foto: dpa

Was passiert, wenn der Postmann nicht klingelt? Ein Warnstreik der Zusteller gibt einen Vorgeschmack. Laut Gewerkschaft kommen Tausende Briefe und Pakete später. Die Post sagt: Das meiste kommt an.

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Karlsruhe - In Baden ist am Freitag mancherorts der Briefkasten leer geblieben: Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi haben sich wegen des Tarifkonflikts mit der Post rund 500 Zusteller an ganztägigen Warnstreiks beteiligt. Dadurch blieben nach Schätzungen der Gewerkschaft mehr als 300 000 Briefe und 27 000 Pakete liegen; sie werden demnach erst in den nächsten Tagen ausgetragen. Ein Sprecher der Deutschen Post DHL Group betonte aber, dass die „allermeisten Sendungen“ wie geplant oder mit einem Tag Verzögerung ihre Empfänger erreichen. „Aufgrund der kurzen Warnstreiks erwarten wir nur für einzelne Sendungen geringfügige Verzögerungen bei der Zustellung.“

Verdi hatte für Freitag in den Regionen Karlsruhe, Pforzheim, Mannheim, Heidelberg, Freiburg und Offenburg zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Bundesweit legten schätzungsweise 1500 Zusteller die Arbeit vorübergehend nieder, wie eine Verdi-Sprecherin in Berlin sagte. Warnstreiks gab es außer in Baden-Württemberg in Hessen, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Bremen. Schon am Vortag hatte es Warnstreiks gegeben. Das Ausmaß der verspäteten Post dürfte sich angesichts des eher geringen Anteils an den Gesamtbeschäftigten in den Regionen aber in Grenzen halten.

Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit rund 130 000 Tarif-Beschäftigten bei der Deutschen Post rund sechs Prozent mehr Geld. Außerdem soll eine tarifvertragliche Wahlmöglichkeit geschaffen werden, wonach der einzelne Mitarbeiter einen Teil der zu vereinbarenden Tariferhöhung in freie Zeit umwandeln kann. Das bislang jährlich gezahlte, variable Entgelt will Verdi durch einen festen monatlichen Betrag ablösen. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 26. und 27. Februar in Bonn statt.

Sollten sich die Arbeitgeber nicht kompromissbreit zeigen, will die Gewerkschaft einen Zahn zulegen: „Dann werden wir die Schlagzahl erhöhen“, sagte ein Verdi-Sprecher im Südwesten. Die Stimmung bei der Kundgebung in Karlsruhe sei „toll“ gewesen. „Die Leute sind kampfbereit und haben ein klares Signal gesetzt.“ Der Gewerkschaft zufolge sind von den 24 000 baden-württembergischen Post-Beschäftigten 19 000 Tarifkräfte, mehr als die Hälfte davon seien Zusteller.

Die Post kritisierte die Warnstreiks hingegen als „unnötig“. Die bisherigen Verhandlungen seien sachlich und konstruktiv verlaufen.

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