Warnstreik im Handel Esslinger Beschäftigte gehen in Stuttgart auf die Straße

ver.di hat zum Warnstreik aufgerufen: Rund 30 Beschäftigte aus Esslingen haben sich beteiligt. Foto: Hannes P. Albert/dpa

Die Tarifrunde für den Einzel- und Versandhandel in Baden-Württemberg steckt fest. 800 Beschäftigte sind am Freitag in den Warnstreik getreten: 30 davon aus Esslingen.

Region: Andreas Pflüger (eas)

In mehreren Region Baden-Württembergs sind am Freitag Beschäftigte aus dem Versand- und Einzelhandel einem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gefolgt und in den Warnstreik getreten. Mit der ganztägigen Aktion sollte der Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde erhöht werden. Diese hatten bei einem ersten Gesprächstermin im April kein Gehaltsangebot vorgelegt.

 

Stellvertretend hatten auch rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Esslinger H&M-Filiale die Arbeit niedergelegt und sich stattdessen zu einer Demonstration mit anschließender Kundgebung nach Stuttgart aufgemacht. Dort versammelten sich letztlich rund 250 Menschen, um ihrer Forderung nach einer besseren Bezahlung Nachdruck zu verleihen.

Arbeitgeber legen kein Angebot vor

ver.di fordert für die rund 500 000 Beschäftigten der beiden Branchen im Land eine pauschale Erhöhung der Löhne und Gehälter um 300 Euro sowie für die Auszubildenden ein Plus von 150 Euro – und das bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Der Warnstreik war aus Sicht der Gewerkschaft, wie es in einer Pressemitteilung heißt, „eine Reaktion auf das Verhalten der Arbeitgeber in der bisher einzigen Verhandlung am 24. April, in der sie es abgelehnt haben, ein erstes Angebot vorzulegen“. Gemeinsam mit den anderen ver.di-Landesbezirken, in denen parallel verhandelt und gestreikt werde, nehme die Tarifrunde in Baden-Württemberg damit an Fahrt auf.

Unverständnis über Hinhaltetaktik bei ver.di

Der ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Krüger sieht eine Hinhaltetaktik auf der Arbeitgeberseite und kann dies nicht nachvollziehen: „Die Kolleginnen und Kollegen halten tagtäglich die Läden am Laufen – bei hoher Arbeitsdichte, zunehmendem Personalmangel und steigenden Preisen. Sie erwarten eine baldige Entgelterhöhung.“ Jede weitere Verzögerung verstärke den wachsenden Unmut in den Betrieben.

Wie die Gewerkschaft weiter wissen lässt, sei auch in den kommenden Tagen und Wochen mit weiteren Warnstreiks in Baden-Württemberg zu rechnen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 8. Juni angesetzt.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Esslingen Warnstreik Einzelhandel