Warnstreik in Stuttgart Öffentlicher Betrieb wird ruhen

Von und Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

In der Landeshauptstadt sind für den Mittwoch alle Mitarbeiter der Kommune und des Bundes zu einem eintägigen Arbeitskampf aufgerufen worden.

So könnte es am Mittwoch am Arnulf-Klett-Platz aussehen. Foto: Michael Steinert
So könnte es am Mittwoch am Arnulf-Klett-Platz aussehen. Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Nun ist es offiziell: am nächsten Mittwoch legen die Stuttgarter Beschäftigten im öffentlichen Dienst „von null bis 24 Uhr“ die Arbeit nieder. Am Freitagvormittag sandte die Gewerkschaft Verdi den offiziellen Aufruf zu dem Warn­streik per Fax und E-Mail in die Betriebe und Amtsstuben. In der Landeshauptstadt sind alle Mitarbeiter der Kommune und des Bundes zu dem eintägigen Arbeitskampf aufgerufen worden. Das Gleiche gilt auch für den öffentlichen Dienst in den umliegenden Landkreisen. Verdi erwartet die Teilnahme von 5000 bis 7000 Mitgliedern.

Zum Auftakt ist am Mittwoch um 9.30 Uhr eine Streikversammlung im DGB-Haus geplant. Geöffnet ist das Streiklokal bereits von sechs Uhr an. Um 11.15 Uhr folgt eine Demonstration durch die Innen­stadt, an die sich um zwölf Uhr eine Kundgebung auf dem Marktplatz anschließt.

„Bei uns dreht sich am 7. März kein Rad“

In der Landeshauptstadt sind bis zu 18 000 Beschäftigte von dem Tarifkonflikt tangiert – etwa 12 000 allein bei der Stadt. Der Stuttgarter Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle appelliert daher an die Gewerkschaft und die kommunalen Arbeit­geber, mit konstruktiven Angeboten aufeinander zuzugehen. „Für die üblichen ­Streikrituale und Muskelspiele haben die be­troffenen Bürger wenig Verständnis“, sagt er. In Stuttgart sind neben der Stadtverwaltung die kommunalen Krankenhäuser sowie die SSB und die städtischen Bäder einbezogen – darüber hinaus der Flughafen, wo streikende Servicekräfte den Betrieb aber nicht gefährden können. Auch bei der Filiale der Bundesbahn und der Bundesagentur für Arbeit soll diese ruhen. „Bei uns dreht sich am 7. März kein Rad“, ist von den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) zu hören. Alle Stadtbahnen und Linienbusse blieben in den Depots. „Auch die Kundencenter und der Telefonservice sind außer Betrieb“, teilt eine Sprecherin des Nahverkehrsunternehmens mit. Lediglich die wenigen für die SSB fahrenden privaten Busunternehmer seien planmäßig unterwegs. Ansonsten werden sich die Streikenden wie gewohnt vornehmlich vor Ort aufhalten, um aufzupassen, dass kein Gefährt den Betriebshof verlässt.

Auch Müllabfuhr und Kitas sind betroffen

Fest steht ebenfalls, dass am Mittwoch ein Fünftel der Mülltonnen in der Stadt nicht geleert wird. „Wir holen die Abfuhr aber so rasch wie möglich nach“, verspricht Thomas Heß, der Leiter der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS). Alle neben den Tonnen stehenden Müllsäcke würden kostenlos mitgenommen.

Beim Stuttgarter Jugendamt rechnet man fest damit, dass am Streiktag rund 140 der 185 städtischen Kindertagesstätten geschlossen bleiben. „Wir haben die Familien bereits angeschrieben“, sagt der stellvertretende Amtsleiter Heinrich Korn. „Damit kein Kind vor verschlossenen Türen steht, bitten wir die Eltern, ihre Kinder nicht allein zum Kindergarten gehen zu lassen.“ Alle sollten sich vorher vergewissern, ob dieser offen oder geschlossen sei.