Es besteht weiterhin Streikrisiko im ÖPNV. Wo die nächsten Aktionen stattfinden, lesen Sie hier.

Digital Desk: Lukas Böhl (lbö)

Pendler müssen sich in dieser Woche erneut auf Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und kommunalen Verkehrsunternehmen in zahlreichen Bundesländern.

 

Streiks in Hamburg vom 17. bis 19. Februar

In Hamburg hat Verdi für Dienstag, 17. Februar, bis Donnerstag, 19. Februar, weitere Warnstreiks angekündigt. Nach Angaben der Hamburger Hochbahn handelt es sich um sogenannte „Wellenstreiks“, bei denen an den drei Tagen jeweils unterschiedliche Teile des Unternehmens bestreikt werden sollen.

Welche Bereiche und Betriebshöfe konkret betroffen sind, will Verdi laut Hochbahn jeweils erst am Vortag mitteilen. Die Hochbahn rechnet daher mit einem nur eingeschränkten Betrieb und empfiehlt Fahrgästen, sich vor Fahrtantritt über Apps oder hvv.de zu informieren. Nicht betroffen seien laut Hochbahn die S-Bahn sowie die HADAG-Fähren.

Zwei Streiktage in Bamberg

Auch in Bamberg müssen Fahrgäste mit massiven Einschränkungen rechnen. Nach Angaben der Stadtwerke Bamberg wird der Verkehrsbetrieb am Dienstag und Mittwoch, 17. und 18. Februar, erneut bestreikt.

Reguläre Fahrten finden demnach nicht statt, stattdessen soll zwischen 6 und 20 Uhr ein Notfahrplan eingerichtet werden. Während des Bamberger Faschingsumzugs ruht der Busverkehr laut Stadtwerken am Dienstag zwischen 13 und 16 Uhr vollständig.

Weitere Streiks möglich – Ausnahme Niedersachsen

Wie der ADAC mitteilt, laufen in fast allen Bundesländern weiterhin Tarifverhandlungen. Dadurch könnten in den kommenden Tagen und Wochen weitere Warnstreiks folgen.

Eine Ausnahme bildet Niedersachsen: Dort sind Arbeitsniederlegungen derzeit laut Bericht nicht möglich, weil eine Friedenspflicht gilt.

Warum Verdi streikt

Verdi fordert nach eigenen Angaben für bundesweit rund 100.000 Beschäftigte im Nahverkehr bessere Arbeitsbedingungen. Dazu zählen unter anderem kürzere Wochen- und Schichtarbeitszeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit.

In mehreren Bundesländern, darunter Bayern, Brandenburg, Saarland und Thüringen, sowie bei der Hamburger Hochbahn wird laut Bericht zusätzlich über höhere Löhne und Gehälter verhandelt. Mit den Warnstreiks will die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Deutsche Bahn nicht betroffen

Wichtig für viele Pendler: Die Züge der Deutschen Bahn fahren weiterhin planmäßig. Auch S-Bahnen und Regional- beziehungsweise Fernverkehr in Städten wie Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Köln, Nürnberg und Rhein-Main seien nicht Teil des aktuellen ÖPNV-Warnstreiks.