Warnstreiks im öffentlichen Dienst Auch in Stuttgart soll die Arbeit ruhen

Von SIR/dpa 

Verdi hat 120.000 Tarifangestellte des öffentlichen Dienstes aus dem Südwesten aufgefordert, für mehr Geld auf die Straße zu gehen. Wann die Beschäftigten in der Region Stuttgart zu Warnstreiks aufgerufen werden, stehe noch nicht fest, so Verdi.

Stuttgart - Nach einem Ausstand von Beschäftigten am Badischen Staatstheater am Wochenende weitet Verdi die Warnstreiks im öffentlichen Dienst des Landes von diesem Dienstag an aus. Gestreikt wird in den Zentren für Psychiatrie, Hochschulen, Studentenwerken und Autobahnmeistereien, teilte Verdi am Montag in Stuttgart mit. Die Gewerkschaft fordert für die 800.0000 Tarifangestellten, darunter 120.000 aus dem Südwesten, 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 175 Euro monatlich.

Zugleich wehrt sich die Gewerkschaft nach eigenen Angaben gegen geplante Einschnitte bei der betrieblichen Zusatzversorgung, die zur Rente hinzukommt. Die Arbeitsniederlegungen starten am Dienstag unter anderem im Zentrum für Psychiatrie auf der Reichenau und an der Universität Konstanz.

Die Länder wollen die Schuldenbremse einhalten und Geld auch für Infrastruktur und anderes übrig behalten. Deshalb wollen sie die teure betriebliche Altersvorsorge anpacken. Laut Verdi liegt die Zusatzversorgung im Schnitt bei 360 Euro monatlich. Landes-Vize Dagmar Schorsch-Brandt sagte: „Die Politik kann nicht den Ausbau von Betriebsrenten fordern und gleichzeitig da, wo sie selbst Arbeitgeber ist, die Leistungen kürzen wollen.“

Lehrer vom 9. März an aufgerufen, die Arbeit niederzulegen

Am Wochenende hatten nach Verdi-Angaben 68 Mitarbeiter beim Theater in Karlsruhe durch einen Ausstand bewirkt, dass eine Premiere und eine Händel-Aufführung nur mit Einschränkungen stattfinden konnten. Insgesamt will die Gewerkschaft in dieser Woche noch mit verhaltender Kraft ihren Unmut über ein fehlendes Angebot der Arbeitgeber bei den Verhandlungen in Potsdam äußern.

Geplant sind Ausstände am Mittwoch in den Regionen Rhein-Neckar, Ulm, Freiburg und am Donnerstag in der Region Tübingen/Reutlingen. Ebenfalls am Donnerstag wird Oberschwaben von Warnstreiks betroffen sein. In der Summe erwartet Verdi viele Hundert Teilnehmer bei den kurzzeitigen Arbeitsniederlegungen. Wann die Beschäftigten in der größten Region Stuttgart zu Warnstreiks aufgerufen werden, stehe noch nicht fest, sagte ein Verdi-Sprecher.

Von Dienstag an gehen die angestellten Lehrer bundesweit in den Warnstreik. Im Südwesten werden sie erst vom 9. März an aufgerufen, für die Forderung ihre Arbeit ruhen zu lassen. In Baden-Württemberg sind 10 Prozent der rund 120 000 Lehrer Angestellte, das Gros ist verbeamtet. Die Tarifverhandlungen werden in Potsdam am 16. und 17. März fortgesetzt.

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