Warnstreiks im Südwesten Bei Porsche beteiligen sich Tausende Mitarbeiter

Von red/lsw 

Der zweite Warnstreik-Tag im Südwesten läuft, die IG Metall hat Tausende Beschäftigte mobilisiert. Die Gespräche könnten trotzdem schon kommende Woche fortgesetzt werden.

Bei Porsche haben Tausende am Montag die Arbeit niedergelegt. Foto:  
Bei Porsche haben Tausende am Montag die Arbeit niedergelegt. Foto:  

Stuttgart - Tausende Beschäftigte haben am Montag bei Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie ihre Arbeit niedergelegt. „Wenn die Arbeitgeber nicht ordentlich nachlegen, sollten wir die Tische umwerfen“, sagte Porsche-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück bei einer Kundgebung. Vor den Werkstoren des Sport- und Geländewagenbauers versammelten sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 3000 Beschäftigte.

Die IG Metall fordert in den Tarifverhandlungen fünf Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber hatten in der dritten Gesprächsrunde vergangene Woche ein neues Angebot vorgelegt: Ab April sollte es danach eine Entgeltsteigerung in zwei Stufen geben, die sich bei einer Laufzeit von 24 Monaten auf insgesamt 2,1 Prozent summiert. Hinzu käme eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent über zwölf Monate. Die Gespräche sollen voraussichtlich am 11. Mai fortgesetzt werden.

Proteste auch in Mannheim

Am zweiten Warnstreik-Tag hatte die Gewerkschaft landesweit zu Aktionen aufgerufen. In Meßkirch waren die Mitarbeiter des Waagenherstellers Bizerba zum Protest angehalten. An einem Warnstreik bei Südkabel in Mannheim beteiligten sich laut IG Metall etwa 250 Beschäftigte.

In Mannheim rechnete die IG Metall am Montag bei Bombardier mit 150 bis 200 Teilnehmern einer Kundgebung. Es sei besonders wichtig, dass die Beschäftigten bei Bombardier zusammenstünden, sagte Gewerkschaftssekretärin Janna Köke von der IG Metall Mannheim. Der kanadische Verkehrstechnik-Hersteller hatte im vergangenen Jahr angekündigt, künftig nicht mehr in Mannheim produzieren zu wollen. Darüber hinaus ist der Standort von einem konzernweiten Stellenabbau betroffen. Die Probleme seien nicht auf das Versagen der Beschäftigen, sondern des Managements zurückzuführen, sagte Köke und bezeichnete das Angebot der Arbeitgeber als „lachhaft.“

Zahlen zur landesweiten Beteiligung will die Gewerkschaft erst am Nachmittag veröffentlichen. Zum Auftakt der Warnstreiks am Freitag hatten sich an den Aktionen in Baden-Württemberg laut Gewerkschaft rund 35 000 Metaller beteiligt.