Stadtkind Stuttgart

Warteschlangen-App Virtual Q Virtuelle Warteschlange "kommt nicht in Frage"

Von Ina Schäfer 

Die App Virtual Q soll echtes Schlangestehen durch virtuelles ersetzen. Aber ist die Warteschlange per App überhaupt praktikabel? Wir haben bei Stuttgarter Clubbetreibern nachgefragt - und deutliche Antworten bekommen.

Anstehen macht keinen Spaß. Aber deshalb gleich die Warteschlange in den virtuellen Raum verlegen? Die App Virtual Q soll das möglich machen. Foto: Friebe 4 Bilder
Anstehen macht keinen Spaß. Aber deshalb gleich die Warteschlange in den virtuellen Raum verlegen? Die App Virtual Q soll das möglich machen. Foto: Friebe

Stuttgart - Schlange stehen nervt. Im Supermarkt, am Ticketschalter und überall sonst. Besonders ätzend wird es aber am Abend, wenn man vor den Clubs Schlange stehen muss. Ein echter Downer. Und wenn dann auch noch Winter ist, holt man sich wenn‘s blöd läuft auch noch ne Lungenentzündung.

Deshalb also diese Idee mit der App, die Schlange stehen vermeiden soll. Virtual Q nennt sich die App, bei der man sich einfach in eine virtuelle Schlange einreiht – wenn man dran ist, bekommt man eine Nachricht.

Klingt total gut, doch ist das überhaupt praktikabel? Wir haben bei Axel Steinbeck von der Schräglage nachgefragt, da wird nämlich ganz gerne mal angestanden. Doch der Clubbetreiber hat eine ganz klare Meinung: „Die App kommt bei uns auf gar keinen Fall in Frage.“ Er habe schon viele derlei Anfragen erhalten, oft von Agenturen in Form von VIP-Packages. Davon halte er aber nicht viel. „Das mag für große Diskotheken vielleicht sinnvoll sein, die ihre 1500 Leute am Abend brauchen. Aber die 400 für die Schräglage wählen wir selbst und nicht über eine App aus“, sagt er.

Für einzelne Veranstaltungen denkbar

Carlos Coelho vom Rocker 33 hält die App zwar für eine super Idee, doch für realistisch hält er sie dennoch nicht: „Damit würden wir unsere Besucher nicht gleich behandeln“, sagt er. Wenn fünf Leute den vollen Club verlassen, dürfen die nächsten fünf rein, und das seien dann eben die, die direkt und in echt davor stehen und nicht auf dem Sofa auf eine Nachricht warten.

Für einzelne Veranstaltungen, sagt Carlos Coelho, könnte man die App natürlich verwenden. „Wenn sich alle über die App registrieren müssen, um rein zu kommen, dann wär das natürlich eine feine Sache.“

Im Clubbetrieb, zumindest bei Rocker 33 und Schräglage, gibt’s also erstmal keine virtuelle Schlange. Aber zumindest eine, die uns erkennen lässt, dass sich die Party wohl ganz gut lohnen muss.

 

 

 

 

 




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