Warum der Frühling früher beginnt Sieben Boten, die das Frühjahr bringen

Von Bettina Hartmann 

Es sprießt, zwitschert und turtelt: Das Frühjahr beginnt immer früher. Wir erklären, warum das so ist, welche Auswirkungen das auf Allergiker hat – und stellen Ihnen sieben Tiere und Pflanzen vor, die den Lenz einläuten.

Hummeln haben schon jetzt Hummeln im Hintern – und kommen aus ihren Winterquartieren. Foto: pa/Thomas Warnac 8 Bilder
Hummeln haben schon jetzt Hummeln im Hintern – und kommen aus ihren Winterquartieren. Foto: pa/Thomas Warnac

Stuttgart - Für Meteorologen beginnt er zwar am 1. März und für Astronomen knapp drei Wochen später. Aber was interessiert das die Natur! Sie erwacht immer früher aus dem Winterschlaf – vor allem im Norden, aber auch bei uns. In der Arktis startet das Frühjahr laut US-Forschern mittlerweile bis zu 16 Tage früher als noch vor zehn Jahren. Auslöser dafür ist nach ihrer Ansicht die Temperatur, die in der Polarregion noch stärker ansteige als in niedrigeren Breitengraden.

Der Januar war um 3,7 Grad wärmer als sonst

Seit einigen Jahren beobachten Klimaforscher aber auch, dass der Frühling in Mitteleuropa messbar früher beginnt. „Im Prinzip hatten wir in diesem Jahr eigentlich gar keinen Winter“, sagt der Stuttgarter Meteorologe Hans-Stefan Bauer. Der Leiter der Wetterstation an der Universität Hohenheim hat beobachtet, dass es dort im Januar im Vergleich zum langjährigen Mittel um 3,7 Grad wärmer war. Und schon jetzt sei abzusehen, dass auch der Februar wieder ein vergleichsweise warmer Monat werde. Dies ist für Bauer ein Symptom, das mit dem Klimawandel einhergeht. „Insgesamt haben wir hier seit 2015 die vier wärmsten Jahre gemessen“, fügt der Wissenschaftler hinzu.

Mehr Schädlinge überleben

Zunächst könnte man sich über den frühen Lenz ja freuen. Doch welche Auswirkungen hat der zeitige Frühlingsbeginn wirklich? „Zum einen stirbt in milden Wintern viel weniger Ungeziefer und Unkraut ab“, erklärt Bauer. „Dass es mehr Schädlinge gibt, werden wir zu spüren bekommen, vor allem in der Wald- und Landwirtschaft.“ Zum anderen könnten inzwischen Tiere und Pflanzen überleben, die hierzulande nicht heimisch sind. „Die Tigermücke etwa ist ja schon da“, so Bauer. Die Einwanderer könnten gefährliche Krankheiten übertragen. „Und schließlich kann es doch noch zu einem plötzlichen Wintereinbruch kommen.“ Was mitten in der Wachstumsphase böse Folgen haben kann.

Harte Zeit für Allergiker

Die milden Temperaturen sind für Frostbeulen zwar sehr angenehm, für Allergiker haben der milde Winter und der frühe Frühlingsbeginn aber Folgen. Viele plagen sich bereits jetzt mit Triefnase und tränenden Augen herum. Doch statt einer Erkältung steckt Heuschnupfen dahinter. Denn die Haselnuss etwa blüht schon längst, teils sogar seit Dezember. Da es quasi kein richtiges Winterwetter gab, könnte das Jahr 2020 eine heftige Saison für Pollenallergiker bringen.