Die Deutsche-Bank-Aktie startet schwach in den Tag, trotz Rekordhoch vor wenigen Tagen. Welche Faktoren jetzt für Druck sorgen.

Digital Desk: Matthias Kemter

Die Aktie der Deutschen Bank startet schwach in den Handelstag. Zum gestrigen Börsenschluss gehörte das Papier zu den Verlierern im DAX. Nach einem noch vor wenigen Tagen erreichten Zehnjahreshoch bei rund 32 Euro ist die Stimmung bei Anlegern gekippt. Mehrere Faktoren belasten aktuell den Kurs.

 

1. Gewinnmitnahmen nach starker Rally

Die Deutsche-Bank-Aktie hat sich seit Jahresbeginn fast verdoppelt. Ein Kursplus von rund 100 Prozent innerhalb weniger Monate ist stark. Viele Investoren nutzen diese Gelegenheit, um Gewinne mitzunehmen. Solche Gewinnmitnahmen sind ein klassischer Grund für kurzfristigen Verkaufsdruck, besonders nach einer so dynamischen Kursentwicklung.

2. Sorgen um die IT-Umstellung

Ein weiterer Belastungsfaktor ist die jüngste technische Umstellung im Privatkundengeschäft. Am vergangenen Wochenende wurden das Onlinebanking, die App und das Telefonbanking der Tochter Norisbank auf die Google-Cloud-Plattform übertragen. Obwohl die Deutsche Bank von einer reibungslosen Einführung sprach, kam es am Montag zu Problemen: Viele Kunden konnten sich zeitweise nicht einloggen. Erinnerungen an das IT-Fiasko der Postbank im Sommer 2023 werden wach. Damals sorgten wochenlange Ausfälle für massive Kritik der BaFin. Anleger fürchten, dass sich solche Szenarien wiederholen könnten.

3. Analystenstimmen bremsen die Euphorie

Mehrere Analystenhäuser zeigen sich skeptisch. Goldman Sachs hat die Aktie von „Kaufen“ auf „Neutral“ heruntergestuft, trotz einer leichten Erhöhung des Kursziels auf 34 Euro. Begründung: Die Aktie sei im Vergleich zu anderen Banktiteln „zu weit gelaufen“. Auch insgesamt fällt die Analystenstimmung mittlerweile etwas zurückhaltender aus als in den Monaten zuvor.

4. Charttechnische Verkaufssignale

Charttechnisch betrachtet sendet die Aktie aktuell Warnsignale. Der RSI-Timingindikator ist unter die Marke von 70 gefallen, was für viele ein klassisches Verkaufssignal ist. Zudem wurde eine wichtige Unterstützungszone bei rund 30,80 Euro nach unten durchbrochen. Sollte sich dieser Bruch bestätigen, liegt die nächste Unterstützungszone bei rund 29 Euro.

5. Marktumfeld verstärkt Druck

Neben den unternehmensspezifischen Faktoren spielt auch das Gesamtumfeld eine Rolle. Bereits in den letzten Tagen schwächelte der Bankensektor. Negative Analystenkommentare belasteten auch die Commerzbank. Insgesamt bewegte sich der DAX schwächer, was die Abwärtsdynamik verstärkte.