Die Deutschen lassen sich ihr Lieblingsgetränk einiges kosten. Trotz stetig steigender Preise wird immer mehr Kaffee importiert. Doch wegen Ernteausfällen ist der Genuss spürbar teurer geworden.

Wochenend-Magazin: Markus Brauer (mb)

Für Kaffee müssen die Menschen in Deutschland tiefer in die Tasche greifen. Die Verbraucherpreise für Bohnenkaffee haben sich zuletzt um gut zwölf Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten erhöht, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitgeteilt hat. Damit fiel der Preisanstieg deutlich größer aus als bei Nahrungsmitteln insgesamt (2,8 Prozent) und die allgemeine Inflation (2,1 Prozent).

 

Ernteausfälle treiben den Preis

Grund für den Preisanstieg dürften die deutlich gestiegenen Importpreise für Rohkaffee sein, die wegen Ernteausfällen durch Extrem-Wetter stark angezogen haben, schreiben die Statistiker. So litt das wichtige Erzeugerland Brasilien 2024 unter großer Trockenheit.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge sind die Einfuhrpreise für nicht geröstete Kaffeebohnen derzeit mehr als 50 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Die Einfuhrpreise für Kaffee, entkoffeiniert oder geröstet, kletterten um 35,8 Prozent.

Trotz steigender Preise ist der Import von Kaffee (roh und geröstet) nach Deutschland deutlich gewachsen - und zwar 2024 um gut 14 Prozent zum Vorjahr. Gemessen am Jahr 2015 legte die Importmenge um knapp 8 Prozent zu. Der mit Abstand meiste Kaffee kam aus Brasilien, gefolgt von Vietnam und Honduras.

Im Schnitt 163 Liter Kaffee pro Kopf

Trotz der gestiegenen Preise bleibt der Konsum der Verbraucher in Deutschland auf hohem Niveau. Pro Kopf wurden 2024 durchschnittlich rund 163 Liter Kaffee getrunken, wie der Deutsche Kaffeeverband mitteilt.

Das ist nur etwas weniger als der Rekordwert in der Corona-Pandemie, als der Kaffeekonsum hierzulande inmitten von Lockdowns und Homeoffice auf 169 Liter pro Kopf stieg. Sowohl die Nachfrage nach ganzen Bohnen, die etwa in Vollautomaten und Siebträgermaschinen verwendet werden, als auch nach löslichem Kaffee und nachhaltig zertifizierten Produkten sei zuletzt gewachsen.