Was die Rainbow-Community für Stuttgart plant Das neue CSD-Motto ist ein Seitenhieb auf OB Nopper

Stuttgart soll noch bunter werden. Dies wünschen sich die Organisatoren des CSD, die jetzt das  Motto und die Plakate für dieses Jahr vorgestellt haben. Foto: CSD
Stuttgart soll noch bunter werden. Dies wünschen sich die Organisatoren des CSD, die jetzt das Motto und die Plakate für dieses Jahr vorgestellt haben. Foto: CSD

Über den Spruch „Schaffen statt gendern“ von OB Frank Nopper im Wahlkampf hatten sich die CSD-Organisatoren geärgert. Jetzt folgt die Antwort mit dem Motto für den Christopher Street Day 2021: „Schaffe, schaffe, bunter werden.“

Lokales: Uwe Bogen (ubo)
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Stuttgart - Die sensible Sprache war ein Thema im Wahlkampf des vergangenen Herbstes. Der heutige OB Frank Nopper beklagte beim Stimmensammeln „hysterische correctness“. Toleranz, so forderte der CDU-Politiker, müsse gelebt und „nicht mit sperriger Rhetorik“ verordnet werden. Dass er kein Fan von geschlechtsneutralen Formulierungen ist, gipfelte in seinem Wahlkampfspruch „Schaffen statt gendern“. Die Organisatoren des Christopher Street Days (CSD) wollen das nicht so stehen lassen und reagieren nun mit einem kleinen Seitenhieb darauf.

Ihr Motto für das Kulturfestival der Regenbogengemeinschaft, das unter Coronabedingungen im Sommer in Stuttgart mit einer Demo, nicht mit einer Parade stattfindet, lautet nämlich: „Schaffe, schaffe – bunter werden.“

Die Stelle von Christoph Michl wird vorerst nicht neu besetzt

Der CSD-Verein und der OB sind in der Genderfrage verschiedener Meinung – dies hindert sie freilich nicht, gemeinsame Sache zu machen. Nopper hat zugesagt, die Tradition seines Vorgängers Fritz Kuhn fortzusetzen und für den 16. Juli zu einem Empfang für die LSBTTIQ*-Community einzuladen.

In der Vergangenheit sorgte das jeweilige CSD-Motto für einen mitunter philosophischen Gedankenaustausch von OB Kuhn und Christoph Michl, dem langjährigen Organisationschef des CSD. Diesmal treten neue Köpfe ans Rednerpult. Michl ist Geschäftsführer der Scherenburgfestspiele in Gemünden geworden. Einen hauptamtlichen Nachfolger für ihn beim CSD gibt es bisher nicht. Die Stelle des Geschäftsführers der Interessengemeinschaft CSD soll vorerst nicht besetzt werden. „Uns fehlt es leider an Geld“, sagt der Krankenpfleger Detlef Raasch, der mit Selma Frey und Marco Schreier in den ehrenamtlichen Vorstand des CSD-Vereins gewählt worden ist. „Ohne Hocketse und Parade im vergangenen Jahr sind uns die Einnahmen weggebrochen.“

Jerusalema-Tanzkurs via Zoom-Konferenz am 17. April

Die Pläne für den CSD 2021 sehen vor, dass es am 31. Juli eine Demo unter den dann geltenden Coronabedingungen gibt – ohne Trucks, ohne Parade, ohne Party. Die Abschlusskundgebung wird auf dem Schlossplatz stattfinden.

Im Sommer wird übrigens der 20. Geburtstag des CSD-Vereins gefeiert. Bei der ersten Parade lautete das Motto „Stuttgart ist bunt.“ Detlef Raasch erklärt dazu: „Der Weg zu einer bunteren Gesellschaft ist ein langer Prozess, den wir vor vielen Jahren eingeleitet haben und an dessen Ende wir noch nicht angelangt sind.“ Eine erste Veranstaltung der Rainbow-Community findet am 17. April statt: Ein aus Kamerun geflüchteter Tänzer gibt auf Einladung des Vereins Abseitz via Zoom Unterricht im Jerusalema-Tanz.

Sofern möglich, soll es beim CSD im Sommer einen To-go-Gastroservice geben. Wichtig ist den Organisatoren auf alle Fälle, das Anliegen des CSD in die Stadt zu tragen – ein Wunsch etwa ist, dass man beides tun sollte: schaffen und gendern.




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