Was für ein Januar-Samstag! Stuttgart geht raus und lacht

Starkes Duo: Rausgehen und gemeinsam lachen Foto: Planet Wissen

„Frühlingshafte Temperaturen“ waren für den 25. Januar versprochen. Wie war es wirklich? Wie haben die Menschen in Stuttgart reagiert?

Der Bismarckplatz im Stuttgarter Westen gilt an Samstagvormittagen als beliebter Treffpunkt auch für jene, die nicht auf dem Wochenmarkt einkaufen. Bei vorab für den 25. Januar versprochenen „frühlingshaften Temperaturen“ erst recht? Und obwohl von Sonne nichts zu sehen und eher wenig zu spüren ist? Die Botschaft aber wirkt, die Menschen lächeln, lachen sich freundlich zu und werten auch die vollen Stühle vor dem Eiscafe Fragola positiv. „Endlich wieder draußen sitzen können – toll oder?“, ruft man sich zu – und geht mit dem Cappuccino einfach auf die Steine auf dem verkehrsberuhigten Platz oder auf die „Mäuerchen“ vor der benachbarten Wäscherei.

 

Viel Interesse an Ständen der Parteien

Lächeln sieht man auch die Engagierten an den Wahlwerbung-Ständen der Parteien. SPD-Kandidatin Lucia Schanbacher verteilt Schoko-Herzen und lädt ein, die eigenen Wünsche auf eine Riesen-Papierrolle zur schreiben. „Auch, wenn Sie Ihnen nicht gefallen?“, fragt ein Vater mit seinem bereits weiter drängenden Kind. „Aber sicher“, sagt Schanbacher – „mehr und echte Kitaplätze“, schreibt der Mann auf die Rolle – und fügt zahlreiche Ausrufezeichen hinzu. „Da sind wir uns doch einig“, sagt ein Mitstreiter der Kandidatin und lächelt. Für einen kurzen Moment ist das Thema gesetzt. Der Ausfall von Betreuungszeiten und Notfallpläne, die vor allem Mütter und Väter im Schichtdienst ratlos machen, werden diskutiert. Auch an den anderen Ständen gibt es überraschend viel Interesse. Ob CDU, Grüne oder Die Linke – überall bleiben die Menschen stehen, werden Gespräche geführt. Nicht immer geht es um Politik. Linken-Kandidat Luigi Pantisano begrüßt, lacht auch mit jungen Leuten mit CDU-Flyern – irgendwie scheint dieser Samstagvormittag auch ohne Sonne zu versprochen schön, um nicht freudig in den Tag zu gehen.

Das haben sich offenbar auch jene vorgenommen, die sich am Südheimer Platz um ihre Körper kümmern. Viel Freude und Zugewandtheit auch hier. Und immer wieder das Zurufen: „Ist das nicht toll, wieder raus ohne Jacke!“. Wer anderer Meinung ist, lächelt dennoch an diesem Samstagvormittag ganz eigener Leichtigkeit.

Das Lächeln wirkt auch in der Stadtmitte

Und in der Stadtmitte? Eilen die Menschen dort aneinander vorbei wie jeh? Nicht an diesem Samstag. Die Magie, das Versprochene einlösen zu wollen, wirkt auch rund um den Schlossplatz. Die Menschen bleiben stehen, schauen, rufen sich Dinge zu, die den Minen nach vor allem dies sind: positiv. Über Nacht, sagt man gern. Über Nacht ist dies oder das gekommen. Über Nacht ist es am 25. Januar da, das Miteinander. Einfach so. Am Schlossplatz tänzelt es fast um das wieder in seinen Originalfarben strahlende Mobile von Alexander Calder. Oder kreist gar das Mobile selbst lächelnd über den Platz vor dem Kunstmuseum? Über Nacht. Ja, über Nacht kann die Magie verschwunden sein, verloren sein. Aber für diesen Samstagmorgen, für diesen Tag hat er gewirkt, der Glauben an das Positive, für diesen Tag hat sie gewirkt, die Hoffnung auf das Miteinander.

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