Was schützt vor Fieber, Schnupfen, Heiserkeit? Start der Grippewelle steht bevor

Von Regine Warth 

Die Grippewelle rollt an – und erreicht nun auch den Südwesten. Die ersten Experten schlagen Alarm. Doch wie kann man sich jetzt noch vor Fieber, Husten, Schnupfen und Heiserkeit schützen? Wir klären auf.

Ob Hausmittel wirklich helfen, haben Forscher untersucht. Foto: dpa-tmn
Ob Hausmittel wirklich helfen, haben Forscher untersucht. Foto: dpa-tmn

Berlin/Stuttgart - Sie bleibt nicht aus: die Grippewelle – auch wenn sie im Vergleich zum vergangenen Winter doch recht lange unbemerkt verlaufen ist. Zum Vergleich: Vor einem Jahr erkrankten rund neun Millionen Menschen an der Grippe, es gab etwa 20 000 Tote. Und nun schlagen die ersten Experten Alarm: In der zweiten Januarwoche seien bislang rund 1260 bestätigte Grippefälle an das Robert-Koch-Institut gemeldet worden, teilte die Arbeitsgemeinschaft Influenza mit. Das war mit Abstand der höchste Wert dieser Saison mit insgesamt 3680 Influenza-Fällen. Tödlich verlaufen ist die Krankheit schon bei elf Patienten. In Baden-Württemberg wurden dem Landesgesundheitsamt bislang insgesamt 724 Influenza-Erkrankungen übermittelt, davon 45 Fälle aus Stuttgart. Zum Vergleich: 2017/2018 waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 1202 Influenzafälle, darunter 90 aus Stuttgart.

Doch wenn alles um einen herum schnupft und hustet, fragt sich so mancher: Ist das nur eine harmlose Erkältung oder gar schon die Grippe? Und kann man sich überhaupt noch gegen die Viren schützen?

Vorbeugung

Händewaschen ist der beste Schutz vor Viren – egal ob es sich dabei um die Erreger von Grippe oder Schnupfen handelt. Wasser und Seife reichen übrigens, spezielle Handlotionen sind nach Meinung der Experten unnötig. Auch das „Abhärten“ hilft, heißt es bei der Stiftung Warentest. Mit Wechselduschen und Körpergüssen mit kaltem und warmem Wasser sowie mit Saunagängen wird die Durchblutung gefördert, was den Immunzellen im Körper hilft, sich besser zu verteilen. Nur wer bereits krank ist, sollte auf diese Prozeduren verzichten: Das Ausschwitzen schadet eher, als dass es nutzt. Auch eine Grippeimpfung kann jetzt sinnvoll sein. Dann aber steigt das Risiko, sich zu infizieren, bevor der Impfschutz aufgebaut ist. Dieser ist nach etwa zehn Tagen erreicht.

Diagnose

Auch wenn eine Erkältung als „grippaler Infekt“ bezeichnet wird: Mit der echten Grippe hat sie nichts zu tun. Beide werden durch unterschiedliche Viren ausgelöst. Bei einer Erkältung treten die Symptome nacheinander auf: Es beginnt etwa mit Halsschmerzen, es folgt der Schnupfen, dann der Husten. Bei der Grippe wiederum fühlt man sich schlagartig krank, bekommt Schüttelfrost oder hohes Fieber und hat heftige Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Spätestens wenn das Fieber drei Tage anhält, sollte man zum Arzt gehen.

Auskurieren

Immer mit der Ruhe – das gilt sowohl für Erkältungen als auch für die Grippe. Laut Stiftung Warentest ist es wissenschaftlich belegt, dass sich im Schlaf das Immunsystem am besten erholen kann. Daher lautet der Rat: Zu Hause bleiben. Nach sieben bis zehn Tagen sind die meisten Erkältungen und die Grippe ausgestanden. Bei Kindern dauert es oft länger – ihr Immunsystem ist noch nicht so gut ausgebildet.

Medikamente

Hauptsache, gesund werden – dafür ist vielen zwar nicht jedes Mittel recht, aber eines immer noch: Antibiotika. Doch genau das hilft bei Viren, die Erkältungen und Grippe auslösen, nicht. Antibiotika sollten erst verschrieben werden, wenn sich infolge der Krankheit Bakterien auf den angegriffenen Schleimhäuten ansiedeln und eine weitere Infektion auslösen. Grundsätzlich gibt es kein Medikament, das eine Erkältung oder eine Grippe heilt. Betroffene können höchstens die Symptome einzeln behandeln – etwa mit abschwellenden Nasensprays bei Schnupfen und Schmerzmitteln bei Gliederschmerzen. Finger weg von Kombi-Präparaten heißt es bei der Stiftung Warentest: „Die Kombination verschiedener Wirkstoffe im selben Medikament erhöht das Risiko von starken Nebenwirkungen.“ Beispiele hierfür sind Herzrasen oder ein Anstieg des Blutdrucks.

Hausmittel

Ist die Nase dicht und der Hals rau, wurde schon zu Großmutters Zeiten das Inhalieren empfohlen. Dass es die Erkältungssymptome heilt, ist nicht wissenschaftlich belegt. Auch der Rat „Viel trinken“ beschleunigt laut Forschern den Heilungsprozess nicht – selbst wenn es sich bei den Durstlöschern um Erkältungstees handelt. Denn deren überlieferte Heilwirkung ist wissenschaftlich ebenfalls nicht belegt.