Stadtkind Stuttgart

Was trägt Stuttgart? Androgyne, ausdrucksstarke Mode

Von Tanja Simoncev 

Jung-Designer Michael Maibach ist am Wochenende frisch aus Paris zurückgekommen. Wir haben ihn am Stuttgarter Hauptbahnhof abgefangen und den Stylecheck mit ihm gemacht. 

Diesmal im Stadtkind-Stylecheck: Designer Michael Maibach. Foto: Tanja Simoncev 13 Bilder
Diesmal im Stadtkind-Stylecheck: Designer Michael Maibach. Foto: Tanja Simoncev

Stuttgart - Figurbetont, ausdrucksstark, androgyn: So fasst der Stuttgarter Designer Michael Maibach seinen Modestil kurz und knackig zusammen. Gerade erst kam er zurück aus Paris, war dort um sich und sein Label zu präsentieren. "Ich habe mich um Kontake mit den Stores gekümmert", erklärt der ambitionierte Kreativkopf. Doch Michael war nicht zum ersten Mal in der Stadt an der Seine. "Ich habe bereits bei Rick Owens gearbeitet." Das Label des amerikanischen Designers mit Sitz in Paris steht für den luxuriösen Grunge-Look und gab dem Schwarzwälder die Chance, hinter die Kulissen zu blicken. "Seit dem dritten Semester war dieser Job und Einblick mein Traum und auch die erste Bewerbung, die ich abgeschickt hatte." Insgesamt habe er schon dreimal dort gejobbt, die ersten Male im Verkauf bzw. Showroom, das letzte Mal auch im Studio, wo unter anderem das Lookbook geshootet wurde. "Es war ziemlich inspirierend, mein Idol mal live zu sehen."

Du bist was du trägst

Aber wie fing das mit der Mode eigentlich an? Ganz unerwartet: Michael hatte nach der Schule zunächst einmal eine Bäckerlehre begonnen. Doch bereits nach dem ersten Lehrjahr war klar: "Nein, das will ich nicht mehr." Der 22-Jährige zog nach Stuttgart mit dem Vorhaben, Stylist zu werden. "Mich hat das Kreative einfach mehr fasziniert." Also begann der junge Mann aus der Nähe von Herrenberg Modedesign zu studieren. Und im zweiten Semester habe er einfach eine eigene Kollektion designt, privat, neben der Schule. So keimte auch immer mehr das Interesse an Mode auf. "Ich habe gemerkt, dass ich auf diese Weise meine Gefühle ausdrücken kann, ich wurde reifer und selbstbewusster." Nach dem Abschluss dann aber der Schock, Michael musste sich einer Herz-OP unterziehen. Trotzdem zeichnete er nebenher weiter und verfolgte seine Träume von nun an erst recht - unter anderem mit der Bewerbung bei Rick Owens.

Es folgte ein Praktikum in Kopenhagen bei zwei Designern, die ihn auch sehr inspiriert hatten und wo er nützliche Kontakte knüpfte. Der Jung-Designer erntete schließlich immer mehr Anerkennung und realisierte: "Das ist das, was ich machen muss." Und so gründete er im vergangenen Sommer sein Label, unternahm gezielte Business-Schritte, knüpfte weitere Kontakte. "Alles Step by Step", sagt Michael gelassen aber ambitioniert. Deshalb auch der Kurz-Tripp nach Paris. Dort gab der talentierte Zeichner seine Mappe ab, eine Bewerbung im Print-Format, ziemlich kreativ, wie er selbst sagt. "Ich wollte einfach zeigen: Hey, ich passe zu euch. Ganz nach dem Motto: Wenn man nicht an die Tür klopft, macht auch niemand auf." Doch auch in Stuttgart soll es weiter voran gehen. Zur Zeit präsentiert und verkauft der 22-Jährige seine Mode im Haute-Cueture-Store im Fluxus und arbeitet zielstrebig auf einen eigenen Showroom hin - irgendwann auch in Paris.

Mehr Infos zu Michael Maibach, seiner Kollektion und dem Online-Shop gibt's hier >>>