Stadtkind Stuttgart

Was trägt Stuttgart? Der lässige Lagen-Look

Von Tanja Simoncev 

Bei Sophie Eilenberger fällt eines sofort auf: Mode macht ihr Spaß. Wir haben mit der Designerin den Stylecheck an einem ihrer Lieblingsplätze in Stuttgart, im Höhenpark Killesberg, gemacht.

Bereit für den Stylecheck: Mode-Designerin Sophie Eilenberger. Foto: Tanja Simoncev 15 Bilder
Bereit für den Stylecheck: Mode-Designerin Sophie Eilenberger. Foto: Tanja Simoncev

Stuttgart - "Mode sollte einfach Spaß machen", betont Sophie Eilenberger. Die 24-jährige Designerin stellt den Wohlfühlfaktor ganz klar vor die Marken-Präsentation. "Sich selbst und das Leben genießen, darauf kommt es doch an und dabei kann Mode helfen beziehungsweise ihren Teil dazu beitragen." Genau das habe die Stuttgarterin auch immer daran fasziniert, "weil man im Grunde auch sich selbst und sein Leben nach außen trägt - das hat ganz viel mit Zeitgeist zu tun und ist nicht nur Kleidung, die man kauft."

Spaß statt Vernunft

Woher diese Faszination kommt, liegt für Sophie ganz klar auf der Hand: "Als Kind war ich meistens schrecklich angezogen und gerade deshalb war ich immer so angetan von Leuten, die sich schön gekleidet haben." Denn Mode ist nicht nur eine Form sich dazustellen, sondern auch ein Mittel die Welt ein bisschen bunter, lockerer und vielleicht auch mutiger zu machen.

Kein Wunder entschied sich der Kreativkopf später für ein Modedesign-Studium an der Modeschule Kehrer - aber nicht auf geradem Weg. Denn zunächst studierte Sophie Architektur an der Universität Stuttgart. Sie habe eben schon immer gern gezeichnet und deshalb die Vernunft siegen lassen. Doch schon bald merkte das sportliche Energiebündel: "Ich will in den nächsten 30 Jahren nicht in einem Job tätig sein, der mir gar keinen Spaß macht. Und das kann ich nur an alle weitergeben: Macht das, was euch Spaß macht, dann seid ihr automatisch gut darin. Vertraut auf euer Bauchgefühl."

Lagen-Look und London

Und so führte bei sophisticated Sophie, die den Boyfriend-Lagen-Look liebt und auch gern mal in der Männerabteilung shoppt, tatsächlich eines zum anderen. Seit dem Abschluss an der Modeschule jobbte sie zunächst im Pop-Up-Atelier im Gerber Upstairs und ist nun bei Herzensangelegenheit in Stuttgart-Süd gelandet, die unter anderem im Shop Abseits verkaufen. Und wie geht's nach dem Praktikum weiter? "Ab Anfang August bin ich bei Designer David Koma in London."

Ein kleiner Traum geht für die 24-Jährige damit in Erfüllung, denn schließlich sei London für sie die Modestadt schlechthin. "Ich bin erstmal offen für alles und schaue dann weiter." Fest steht nur: "Dass ich Stuttgart vermissen werde, vor allem wegen den tollen Aussichtspunkten, den herzlichen Menschen und dem wunderbaren Essen. Und weil man hier so schnell in der Natur ist." Dies sei auch der Ort, wo sich die kreative Zeichnerin ihre Inspiration hole. "Weit weg vom medialen Einfluss, könnte man, wenn man so will, aus jedem einzelnen Blatt eine ganze Kollektion entwerfen."