Stadtkind Stuttgart

Was trägt Stuttgart? Nathalie tut mit ihrer Mode Gutes

Von Ina Schäfer 

Stuttgart ist Mainstream und alle laufen gleich rum? Von wegen! Die Stadt hat mehr zu bieten als Menschen in Einheitstracht - nämlich Modejunkies mit Geschmack. Ab sofort stellen wir euch die Trendsetter aus dem Kessel vor. Dazu gibt's Feedback zu Shops, Stil und Modesünden. Heute mit Nathalie Schaller von Glimpse.

Nathalie Schaller legt auf drei Dinge besonderen Wert: Ihre Kleidung soll bio, fair und im besten Fall auch humanitär hergestellt sein. Einen H&M hat sie deshalb schon seit acht Jahren nicht mehr betreten. Foto: Ina Schäfer 11 Bilder
Nathalie Schaller legt auf drei Dinge besonderen Wert: Ihre Kleidung soll bio, fair und im besten Fall auch humanitär hergestellt sein. Einen H&M hat sie deshalb schon seit acht Jahren nicht mehr betreten. Foto: Ina Schäfer

Stuttgart - Eine ruhige Minute hat Nathalie Schaller kaum noch, seit sie sich einen Traum erfüllt hat: Mode machen und dabei Gutes tun. Vor einigen Jahren hat die Stuttgarterin gemeinsam mit ihrem Ehemann Simon und einer befreundeten Modedesignerin das Modelabel Glimpse gegründet. Die Entwürfe dafür entstehen in Deutschland, genäht wird in Indien. Doch nicht irgendwo: Glimpse betreibt eine eigene Nähwerkstatt in Mumbai, wo ehemalige Zwangsprostituierte aufgenommen werden, eine Ausbildung erhalten und - ganz wichtig - psychologische Betreuung. Die Frauen haben Schlimmes durchlebt, bis sie zu Glimpse kommen. Glimpse ist englisch und bedeutet Hoffnungsschimmer.

Eigentlich ist Nathalie gar nicht vom Mode-Fach. Sie ist Juristin. Auch jetzt noch, nachdem Glimpse wächst und wächst arbeitet sie in ihrem Beruf, genauso ihr Ehemann. Und nach Feierabend? Geht's an alles rund um ihr Modelabel. Auch da kümmert sich Nathalie hauptsächlich um Finanzielles, Organisatorisches und Rechtliches. Bei den Entwürfen hat sie natürlich auch ein Mitspracherecht.

Klingt nach einem Haufen Arbeit. Ist es auch, aber Nathalie und Simon Schaller sind Überzeugungstäter. Auch wenn sie viel Geld in das Projekt stecken und noch immer auf Spenden angewiesen sind, bleibt Glimpse ein Herzensprojekt der beiden. "Es ist zwar oft stressig, aber es liegt mir so am Herzen den Frauen zu helfen", sagt sie. Und außerdem arbeitet sie mit anderen, befreundeten Ehrenamtlichen zusammen: "Das ist wie Freunde treffen und dabei Gutes tun", sagt sie lachend. Erst kürzlich war sie auf sämtlichen Plakaten zu sehen, als Preisträgerin der "Goldenen Bild der Frau". Das war eine Ehre, eine Bestätigung der Arbeit des Teams und eine Finanzspritze obendrauf.

Mehr Infos über Glimpse gibt's hier.