Stadtkind Stuttgart

Was trägt Stuttgart? Nur noch Bock auf Rock

Von Tanja Simoncev 

Kreativkopf Kim Hoss pflegt eine besondere Vorliebe für Kleider und Röcke, Hosen hingegen kommen ihr so gut wie nie ans Bein. Wie es dazu kam und warum sie sich selbst als bunten Hund bezeichnet, erzählte sie uns im Shop Schmachtfetzen, wo sie jobbt.

Diesmal von Kopf bis Fuß auf Stylecheck eingestellt: Illustratorin Kim Hoss und Mops Mochi. Foto: Tanja Simoncev 16 Bilder
Diesmal von Kopf bis Fuß auf Stylecheck eingestellt: Illustratorin Kim Hoss und Mops Mochi. Foto: Tanja Simoncev

Stuttgart - "Ich mag, wenn es irgendwann aufhört und flattert" - so oder so ähnlich klingt es, wenn Kim Hoss versucht, ihre Vorliebe für Kleider und Röcke in Worte zu fassen. Hosen hat sie längst aus ihrem Kleiderschrank verbannt, bis auf eine Jogginghose und ein paar Leggings geht's beim Kreativkopf am Bein eher luftig und schwungvoll zur Sache. Ansonsten trägt sie gern alles, was die frühen Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts so hergeben - aber bitte: all in the Mix.

"Ich würde mich da nicht auf eine Jahreszahl festlegen, Teile aus den Dreißigern finde ich genauso schön wie die aus den Vierziger/Fünfziger Jahren und Frisuren aus den Sechzigern", betont die 30-jährige Grafikerin, die in Stuttgart-Süd wohnt. Sie mache da einfach ihre eigene Kombi draus und dann werden auch gern mal Turnschuhe oder pinke Strumpfhosen zum Dreißiger-Jahre-Retrokleid angezogen. "Das ist für mich auch das Spannende an den Jahrzehnten, dass man von Kopf bis Fuß alles so gut kombinieren kann." 

Die neue Weiblichkeit

Und wann kamen die Böcke auf Röcke? Das war 2007. Da hatte Kim in einer Band gesungen. "Und dann ging's irgendwann darum: Hey, was zieh' ich eigentlich auf der Bühne an", erinnert sich die selbstständige Illustratorin. Sie sei immer so das Jeans-Mädchen mit Lederjacke gewesen, immer ein bisschen rockiger. Doch die Band-Kollegen wollten statt rockig lieber Röcke und die Stuttgarterin, die in Waiblingen aufgewachsen ist, befand schnell: "Irgendwie sehe ich in Hosen nicht so gut aus wie in einem Kleid." Sie habe es dann auch privat genossen, ihre neu entdeckte Weiblichkeit zur Schau zu tragen. 

Und wie kam Kim zum Schmachtfetzen? "Der Laden hat in der Hochphase meines Kleiderrauschs eröffnet und da habe ich natürlich zugeschlagen." Eines Tages habe sich Inhaberin Johanna der 30-Jährigen anvertraut, sie sei schwanger und bräuchte eine Vertretung. Eins führte zum anderen und da Kim sowieso mal etwas anderes außer Grafik machen wollte, fing sie an dort zu arbeiten. Das Schönste an ihrem Job im Shop: "Wenn Frauen das erste Mal ein Kleid anziehen und sich darin sichtlich wohlfühlen."

Und sonst so? Wenn Kim nicht gerade coole Klamotten im Ausland kauft oder in einer Country-Band Background singt, dann lässt sie sich gern die Arme volltättowieren - ausschließlich mit witzigen Motiven ohne tiefere Bedeutung. "Die Banane zum Beispiel ist einfach eine freundliche Banane", scherzt der selbsternannte bunte Hund. Apropos Hund. Wie Mops Mochi seinem Frauchen beim Stylecheck-Shooting fast die Show gestohlen hat, seht ihr in unserer Bildergalerie.