Stadtkind Stuttgart

Was trägt Stuttgart? Schwarze Kleidung geht immer

Von Tanja Simoncev 

Stuttgart ist Mainstream und alle laufen gleich rum? Von wegen! Die Stadt hat mehr zu bieten als Menschen in Einheitstracht - und zwar Modejunkies mit Geschmack. Ab sofort stellen wir euch die Trendsetter aus dem Kessel vor. Dazu gibt's News zu Shops, Stil und Modesünden. Dieses Mal: Francisco Fernandez.

Francisco Fernandez trägt, wie er selbst sagt, 95 Prozent schwarze Klamotten und fünf Prozent bunte Teile. Foto: Tanja Simoncev 13 Bilder
Francisco Fernandez trägt, wie er selbst sagt, 95 Prozent schwarze Klamotten und fünf Prozent bunte Teile. Foto: Tanja Simoncev

Stuttgart - Was sein Name verrät, sieht man Francisco Fernandez nicht unbedingt an. Der 24-Jährige ist Spanier durch und durch, obwohl er in Stuttgart geboren ist. Doch auch wenn er Sevilla immer im Herzen trägt - schließlich verbrachte er seine Kindheit dort -, empfindet er auch eine große Liebe für den Stuttgarter Westen. "Wenn Stuttgart-West eine Stadt wäre, dann wäre es meine Lieblingsstadt", sagt Francisco ganz bestimmt. Kein Wunder kam er zurück ins Städtle, machte hier seinen Realschulabschluss und fing nach drei Jahren England an, an der Macromedia Hochschule Eventmanagement zu studieren. Mode spielte während der ganzen Zeit immer wieder eine Rolle. "Zum einen durch meine Familie, die Schneider und Schuhmacher von Beruf waren. Außerdem musste ich meine Leute in Stilfragen immer beraten." Es habe sich irgendwie so entwickelt, dass der Stuttgarter dadurch schnell ein Auge dafür bekam, wem was gut stehen könnte. "Ich kann andere einfach viel besser einkleiden als mich selbst. Mich juckt es nicht so sehr wie ich aussehe." Kein Wunder wird er deshalb oft und gerne als Stylist für Mode-Shootings gebucht. 

Ein ganz besonderes Interesse an der Mode-Branche weckte jedoch Gabrielle "Coco" Chanel in ihm. In jungen Jahren habe er bereits begonnen, sehr intensiv zu recherchieren und kannte bald jede einzelne Couture-Show in- und auswendig, erzählt Francisco begeistert. "Daran hat mich besonders der Aspekt der Ästhetik gereizt. Und auch der Gedanke, wie Mode zeigt, was gerade in der Welt passiert." Doch wie landet man dann in der Branche? Sein Studium brach der 24-Jährige ab und machte sich selbstständig, plante und organisierte Konzerte und Clubevents. "Da habe ich dann aber gemerkt: Das ist alles so erzwungen. Und bei der Mode ist einfach alles ganz natürlich." Er habe nie mit Absicht in die Modewelt gewollt. "Aber ich kannte eben die Leute und habe gemerkt, dass viele weggehen aus Stuttgart. Dabei steckt hier so ein Potenzial an Menschen, die sogar internationale Größen sind." Das Problem: Die sogenannten Mode-Menschen kannten sich lange nur flüchtig, es habe einfach keine Anlaufstellen gegeben. "Da dachte ich mir: Dann mach ich's einfach", so der Eventplaner. 

Und so wurde die Haute Cueture ins Leben gerufen. Das war vor einem Jahr. In zehn Tagen findet nun schon die vierte Haute Cueture statt, wo sich die Modeszene der Stadt wieder versammelt und vernetzt. "Bei den Shows ist der verstorbene Designer Alexander McQueen mein Vorbild. Ich sehe die Modenschau als Erweiterung der Kollektion und da muss dann auch alles zusammen passen." Für die Zukunft wünscht sich Francisco aber nur eines: Weiterhin die Mode-Menschen zusammenzubringen, sie zu vernetzen und Auslöser für neue Projekte zu sein. 

Weitere Infos zum Mode-Event "Haute Cueture" gibt's hier