Was wird aus der Zentralen Stelle für NS-Verbrechen? Die roten Akten aus Ludwigsburg

Auf den Ludwigsburger Ermittlungen bauen Anklagen gegen ehemaliges KZ-Personal auf. Foto: dpa/Bernd Wüstneck
Auf den Ludwigsburger Ermittlungen bauen Anklagen gegen ehemaliges KZ-Personal auf. Foto: dpa/Bernd Wüstneck

Noch studieren die Ermittler der Zentralen Stelle Listen mit den Namen von KZ-Mitarbeitern, um NS-Unrecht zur Anklage zu bringen. Wie arbeitet man in einem Haus, das schon jetzt Staatsanwaltschaft, Archiv und Forschungsstelle in einem ist?

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Hilke Lorenz (ilo)

Ludwigsburg - Wenn wieder eine rote Akte in die Post geht, beginnt in Ludwigsburg das Warten. Denn längst nicht jede Recherche schafft es in einen roten Pappdeckel. Die Vorermittlungen dauern meist lange und werden mit den Jahren immer mühseliger. Aber wenn Thomas Will (60), der Leiter der Ludwigsburger Ermittlungsbehörde mit dem langen Namen Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen – kurz: Zentrale Stelle –, eine Abgabeschrift unterzeichnet, ist das ein deutliches Signal. Dann geht es um das Morden in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern der Nationalsozialisten und um die Beihilfe dazu. Manchmal dauert das Warten in Ludwigsburg mehrere Jahre. So lange eben, bis die zuständige Staatsanwältin oder der Staatsanwalt wirklich Anklage erhebt oder entscheidet, dass die Beweise nicht ausreichen.

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