Wasserball – 2. Bundesliga Barothy tritt als SSVE-Trainer zurück
Der ungarische Coach nennt private Gründe und will nun erst einmal Abstand vom Wasserball gewinnen.
Der ungarische Coach nennt private Gründe und will nun erst einmal Abstand vom Wasserball gewinnen.
„Mein Kopf war nonstop beim Wasserball“, sagt Miklos Barothy – und will das nun ändern. Überraschend hat der Ungar der Vereinsführung mitgeteilt, dass er mit sofortiger Wirkung als Trainer des Wasserball-Zweitligisten SSV Esslingen zurücktritt. Er nennt dafür private Gründe: „Meine Tochter wird bald drei Jahre alt, ich möchte mehr Zeit für die Familie haben.“ Den Zeitpunkt am Ende des Jahres wählte er, „damit der Verein Zeit hat, einen Nachfolger zu suchen.“ Das nächste Spiel haben die Esslinger am 25. Januar gegen den Düsseldorfer SC. „Es kam sehr überraschend“, sagt Vorständin Carola Orszulik, „persönlich habe ich großes Verständnis, wir sind gut miteinander.“ Mit potenziellen Nachfolgern sei sie bereits im Gespräch. Co-Spielertrainer Valentin Finkes hat jedoch abgewunken, weil er selbst weiter spielen will.
Eine sportliche Komponente für seinen Abschied nennt Barothy dann aber doch: „Ich habe das Gefühl, dass ein anderer Trainer die Jungs jetzt weiterbringen kann. Ich hoffe, sie bleiben zusammen, denn die Mannschaft funktioniert.“ Die Esslinger waren ordentlich in die Zweitliga-Saison gestartet, zum Jahresende gab es jedoch eine Niederlage beim SVV Plauen und das Team schied im Achtelfinale des DSV-Pokals beim Ligakonkurrenten SC Neustadt aus.
Barothy erklärt, er habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren auch mitgeholfen, ein neues Nachwuchskonzept zu erarbeiten. „Da sieht es für die mittelfristige Entwicklung gut aus“, sagt er. Auch daher sei es „der richtige Zeitpunkt“ für den Rücktritt.
Barothy war im Jahr 2018 als Spieler aus Ungarn zum damaligen Bundesligisten SSVE gekommen. Nach der überraschenden Entlassung von Trainer Heiko Nossek im Sommer 2023 hatte er die Mannschaft nach dem Abstieg in die damalige B-Gruppe der Bundesliga übernommen. „Ich werde vielleicht manchmal mit der 3. Mannschaft ins Wasser steigen“, sagt er nun. Ansonsten möchte er erst einmal Abstand gewinnen. Eine Rückkehr zum Wasserball „schließe ich aber nicht aus“, erklärt Barothy noch.