Wasserball – 2. Bundesliga SSV Esslingen zeigt eine solide Leistung
Wasserball-Zweitligist SSV Esslingen lässt im Spiel gegen den SVV Plauen nicht nach und gewinnt deshalb verdient mit 21:19.
Wasserball-Zweitligist SSV Esslingen lässt im Spiel gegen den SVV Plauen nicht nach und gewinnt deshalb verdient mit 21:19.
Man muss auch mal Glück haben. So sehr Michel Denneler auch gestikulierte, sein Ansinnen, eine Auszeit zu nehmen, wurde nicht gesehen. Auch die Spieler bekamen es nicht mit und statt zum Beckenrand zu schwimmen und sich frische Anweisungen abzuholen, versenkte Benedek Szöke den Ball zum 14:13 im Tor – zum 14:13 für die Wasserballer des SSV Esslingen, die die Partie gegen den SVV Plauen am Ende knappe, aber verdient mit 21:19 (3:4, 7:6, 6:4, 5:5) gewannen. Vor dem letzten Normalrundenspiel beim Uerdinger SV 08 am kommenden Samstag steht der SSVE auf Platz fünf. Anschließend geht es in die Playoffs, in denen die Esslinger die Saison „positiv abschließen“ wollen, wie Denneler erklärt.
Das Schöne an der laufenden Zweitligasaison ist für die Freunde dieser Sportart, dass man selten vorher weiß, wer gewinnt – für Wasserball ist das durchaus unüblich. Auch in den bald folgenden Playoffs kann fast jeder jeder schlagen. Dennoch spricht beim SSVE niemand vom Aufstieg in die Bundesliga. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Mannschaft. Und da sieht es nicht schlecht aus. Obwohl personell dezimiert angetreten, zeigten die Esslinger gegen einen sehr solide agierenden Gegner eine sehr solide Leistung. Sie erlaubten sich kaum Schwächephasen und waren bis zum Ende voll da. Das war auch nötig, denn das Spiel war eng – die meiste Zeit tatsächlich und gefühlt auch, als der SSVE mal mit 19:15 vorne lag.
„Wir sind viele Kilometer geschwommen, anfangs zum Unmut der Mannschaft“, erklärte Kapitän Valentin Finkes lachend und ist im Nachhinein froh über die Schinderei. Denn die Fitness stimmte. „Darauf haben wir Wert gelegt“, erklärte Denneler, der die Mannschaft zu Jahresbeginn gemeinsam mit Marius Schmitt übernommen hatte.
Aber auch taktisch und in Sachen Konzentration war es gut, was die Esslinger zeigten. Und sie ließen sich nicht von der zu Beginn ausbaufähigen Chancenverwertung aus dem Konzept bringen. Sie bauten sie aus, vor allem Szöke, Robin Rehm und Ivo Dzaja, der zum Spieler des Tages gewählt wurde, überzeugten schließlich mit gekonnten Abschlüssen.
Die Partie war sehenswert, ausgeglichen und daher spannend. Es ging hin und her. Erst im Verlauf der zweiten Hälfte erarbeiteten sich die Esslinger leichte Vorteile. Aber sie konnten nie sicher sein und wussten, dass Nachlassen nicht drin ist. Erst in der letzten Sekunde, mittlerweile war auch Youngster Arthur Weis sein Bundesligadebüt gebend im Wasser, verscheuchte Szöke mit seinem Tor zum 21:19-Endstand die allerletzten Zweifel.
„Ich bin happy, dass wir gewonnen haben, auch angesichts des Hinspiels“, sagte Finkes. Da hatten die Esslinger satt mit 10:20 verloren. Zehn Tore erzielten sie diesmal bereits in der ersten Hälfte. Denneler war einfach nur „stolz auf die Mannschaft“. Mit Glück hatte der Erfolg – mit Ausnahme der Situation vor dem Tor zum 14:13 – wenig zu tun.
SSV Esslingen: Bobrovskyi; Szöke (3), Friedrich (1), Finkes (3), Dzaja (5), Weis, Robin Rehm (4), Simon Rehm (1), Keresztes (1), Papadopoulos, Nèmeth, Seifert (1), Abrahamian (2).
SVV Plauen: Schädlich, Tscheke; Soltesz (2), Bielke (1), Wolf (5), Kaminke, Brode (3), Bulik, Ravinger, Pflug, Friedrich, Schilling (1), Bolman (7), Bielefeld.
Schiedsrichter: Gerrit Fester/ Dario Labavic.
Zuschauer: 200.
Beste Spieler: Dzaja, Szöke, Robin Rehm / Wolf, Bolmann.