Wasserball – Bundesliga, B-Gruppe Fünfmeterschießen entscheidet das Wasserball-Derby

SSVE-Spieler Robin Rehm (am Ball) ist auf der Suche nach einer Lücke in der Cannstatter Abwehr. Foto: /Herbert Rudel

Die Bundesliga-Wasserballer des SSV Esslingen verlieren das Rückspiel in der B-Gruppe gegen den Rivalen SV Cannstatt mit 16:18.

Das traditionelle Derby zwischen den Bundesliga-Wasserballern des SSV Esslingen (Platz eins) und dem Fünften SV Cannstatt in der B-Gruppe hielt, was es im Voraus versprochen – und was die meisten Zuschauer erwartet hatten: Spannung und Kampf bis zum Schluss. Am Ende waren es aber dieses Mal die Cannstatter, die die ausgeglichene Partie im Sportbad Neckarpark – dem Heim-Becken beider Teams – im Fünfmeterschießen mit 18:16 (3:4, 4:3, 3:4, 3:2, 5:3) gewannen und jubelten.

 

„El Clásico der B-Gruppe“

Der „El Clásico der B-Gruppe“, wie ein SSVE-Fan die Partie bezeichnete, war geprägt von guten Spielzügen, Nickligkeiten und kleinen Situationen, die zu Diskussionen führten. Aber es war eine faire Begegnung. „Ein knappes und ausgeglichenes Spiel. Ich glaube, dass so ein Derby aussehen muss und ich bin froh, dass sich niemand verletzt hat“, sagte Cannstatts Trainer Djordje Milojkovic, der damit die Kopfverletzung von SVC-Spieler Vanja Pletikosic aus dem Hinspiel ansprach, der das Bewusstsein verlor und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Das war nach dem Cannstatter Sieg – bei dem Pletikosic mitwirkte – kein Thema mehr. „Man hat gesehen, dass beide Teams ein sehr gutes Niveau an den Tag gelegt haben und ich hoffe, dass das so bleibt.“ In diesem Punkt stimmte ihm auch Esslingens Coach Miklos Barothy zu, der haderte, „dass sein Team die Führung nicht ausgebaut“ hat. „Wir haben einen späten Ausgleich kassiert und das hat dann dazu geführt, dass Cannstatt mit einem besseren Gefühl ins Fünfmeterschießen gegangen ist. So kann man verlieren“, sagte Barothy.

„Es waren einfach zu viele kleine Fehler dabei“

Von Beginn an entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe und es ging bereits im ersten Viertel hin und her: Marko Zemun eröffnete mit dem 1:0 für den SVC das Spiel nach 20 Sekunden, ehe Esslingens Benedek Szöke im Gegenangriff das Ergebnis egalisierte. Keine der beiden Mannschaften schaffte es im weiteren Verlauf sich abzusetzen, sodass der SSVE durch den Treffer von Gergö Marnitz mit 4:3 nach dem ersten Viertel führte. Bis kurz vor der Pause blieb das Bild unverändert: SVC-Spieler Alexander Wottschel glich aus, Szöke brachte Esslingen wieder in Front. Dann schaffte es Robin Rehm, der durch eine dynamische Körperbewegung zum Wurf kam, eine Zwei-Tore-Führung für den SSVE herzustellen (6:4). Die Cannstatter steckten jedoch nicht zurück und kamen kurz vor der Pause zum 7:7-Ausgleich durch Fabio De Marco, der einen Konter der Cannstatter ausnutzte und den Ball eiskalt versenkte. Der SSVE fabrizierte in dieser Phase der Partie zu viele einfache Fehlwürfe, aber auch der Ex-Esslinger im Tor der Cannstatter, Boris Tepic, parierte ein ums andere Mal stark. „Es waren einfach zu viele kleine Fehler dabei, sonst hätten wir mit ein bis zwei Toren mehr führen können“, monierte Esslingens Coach Barothy.

Spannung bis zum Schluss

So blieb die Begegnung bis zum Schluss spannend, da sich auch nach der Pause kein Team absetzte. Zu Beginn des letzten Viertels führte Esslingen zwar mit 12:10 erneut durch Szöke, der vier Treffer erzielte, verspielte diesen Zwei-Tore-Abstand aber wieder innerhalb weniger Minuten. Beim Zwischenstand von 12:12 wurde es noch einmal laut im Sportbad und die Fans feuerten die beiden Mannschaften an. Und als Esslingens Athanasios Papadopoulos die 13:12-Führung für den SSVE erzielte, hielt es keinen Zuschauer mehr auf seinem Platz. „Wir verlieren dann in unserem letzten Angriff den Ball, Cannstatt bestraft uns mit einem Konter und erzielt in allerletzter Sekunde das 13:13-Unentschieden“, resümierte Barothy.

SVC-Spieler Veljko Stanimirovic avancierte damit nicht nur durch den Ausgleichstreffer kurz vor der Schlusssirene zum Matchwinner, sondern verwandelte ebenso den entscheidenden Fünfmeter danach. Bei den Esslingern verschoss Kapitän Valentin Finkes, der an SVC-Keeper Tepic sowie dem Pfosten scheiterte. Dennoch war SSVE-Coach Barothy nicht unzufrieden: „Ich bin sehr stolz auf mein Team, weil wir wirklich bis zum Ende gekämpft haben. Die kleinen Fehler sind halt dennoch ärgerlich.“

SSV Esslingen: Saracut; Szöke (4), Orszulik, Finkes (1), Dzaja (2), Nemeth, Robin Rehm (3), Simon Rehm, Marnitz (4), Papadopoulos (1), Friedrich, Keresztes, John (1).

SV Cannstatt: Tepic; Hartmann, Zemun (3), Scherrieble (1), Löscher (4), Kraut (1), De Marco (2), Stanimirovic (4), Patsiavouridis (2), Wottschel (1), Tick, Rogge, Pletikosic.

Zuschauer: 500.

Schiedsrichter: Holger Sonnenfeld, Marc Zirzow.

Beste Spieler: Szöke, Marnitz, Robin Rehm / Stanimirovic, Löscher, Tepic.

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