Wasserball – Bundesliga SSVE will die Schwankungen in den Griff bekommen

Gebanntes Lauschen: SSVE-Coach Miklos Barothy gibt den Esslinger Wasserballern taktische Anweisungen. Foto: /Herbert Rudel

Die Bundesliga-Wasserballer des SSV Esslingen starten in Würzburg in die Playoffs der B-Gruppe – und streben zumindest den Einzug ins Halbfinale an.

Von der Spitzenposition auf Platz vier rutschten die Bundesliga-Wasserballer des SSV Esslingen vom Jahreswechsel bis zum Ende der Vorrunde der B-Gruppe ab. SSVE-Vorständin Carola Orszulik spricht daher „von einer Vorrunde mit gemischten Gefühlen“, betont aber auch, dass der Esslinger Vorstand die „sportliche Tendenz als durchaus positiv“ betrachtet. So sieht es auch Coach Miklos Barothy, der „konstante Leistungen“ fordert. Das Minimalziel – den Klassenverbleib – haben die SSVE-Wasserballer durch Platz vier in der Vorrunde jedenfalls schon erreicht.

 

Vorrundenfazit: Bis Anfang Dezember des vergangenen Jahres war die Welt der Esslinger Wasserballer noch mehr als in Ordnung: Der SSVE startete mit einem 15:14-Derbysieg gegen den SV Cannstatt – und stand mit drei Erfolgen in Serie ganz oben in der Tabelle. „Wir wollten stabilere Leistungen zeigen. Und das haben wir meiner Meinung nach auch bis zum Jahresende geschafft“, sagt Barothy. Dann machten sich aber die Leistungsschwankungen der SSVE-Wasserballer breit, die von fünf Partien vier verloren und lediglich einen Sieg holten. „Diese Schwankungen, sowohl bei den Einzelspielern als auch im gesamten Team, waren und sind schwer berechenbar. Wir können uns bei den Männern darauf verlassen, dass wir uns auf nichts verlassen können“, sagt Vorständin Orszulik mit einem Lächeln.

Bessere Platzierung im Blick: Einen positiven Aspekt zieht Coach Barothy dann doch aus den bisherigen Partien in 2025 – nämlich den 16:11-Erfolg beim SV Würzburg am letzten Vorrundenspieltag. „Da haben wir gut gespielt und deutlich mit fünf Toren gewonnen“, erzählt Barothy, der damit auf das anstehende erste Spiel des Viertelfinals der Playoff-Best-of-Three-Serie für die Esslinger Wasserballer in Würzburg am Samstag (16.30 Uhr) überleitet. „Ich glaube, dass wir Glück haben, gegen Würzburg zu spielen und, dass wir auswärts starten müssen“, sagt Barothy und ergänzt ernst: „Aber natürlich ist ein Viertelfinale immer anders zu betrachten als eine Vorrundenbegegnung.“

Optimistisch stimmt ihn derweil auch die vierwöchige Vorbereitungsphase auf die Playoffs: „Es ist fast alles perfekt gewesen. Wir hatten zwar anfangs noch eine Krankheitswelle zu überstehen, dann haben wir uns aber voll und ganz auf Training, Kraft- sowie Wassereinheiten mit taktischen Feinjustierungen im Sportbad Neckarbad, konzentriert“, erzählt Barothy, der aber ein anderes Highlight dieser Zeit hervorhebt: „Am vergangenen Wochenende waren wir noch zusammen in einem Wellness-Hotel im Bayerischen Wald und haben verschiedene Teambuilding-Programme durchgezogen. Das hat uns wirklich etwas gebracht und der Zusammenhalt ist so gut, wie schon lange nicht mehr.“ Die SSVE-Wasserballer sind daher laut Barothy „bestens eingestellt“.

Und wie schätzt der Coach die allgemeinen Chancen seines Teams in den Playoffs ein? „Wenn wir es schaffen, in das Halbfinale einzuziehen, dann treffen wir höchstwahrscheinlich auf den Tabellenführer SV Krefeld. Daher geben wir erst einmal das Ziel aus, eine bessere Platzierung als in der vergangenen Saison zu erreichen“, sagt Barothy. Das wäre dann mindestens Platz drei.

Nachwuchs steht bereit: Aus sportlicher Sicht würde sich der SSVE laut Vorständin Orszulik „darüber freuen, wenn der Aufstieg doch klappen sollte“. Aber die Chancen stuft sie als eher gering an. „Bei den Männern weiß man nie. Es kann wirklich alles passieren“, sagt Orszulik und fügt hinzu: „Die Ressourcen würden aber trotz eines Aufstiegs gleich bleiben, sei es finanziell oder bei der Wasserfläche. Wir müssten mit dem arbeiten, was uns zur Verfügung steht.“

Erfreulich ist demgegenüber laut Orszulik der Umstand, dass „die Nachwuchsarbeit bei den Männern beginnt, ganz kleine Früchte zu tragen“, und der SSVE der Zukunft so optimistischer entgegenblicken kann. „Bei den Wasserballern sind wir dabei, die Jugend neu aufzubauen und haben in Marius Schmitt, der auch für die weibliche Jugend zuständig ist, einen guten Koordinator implementiert“, betont Orszulik, schwenkt in diesem Zusammenhang aber auch direkt auf das Frauenteam um: „Aber klar, gerade unsere Wasserballerinnen, bei denen die älteste Spielerin 20 Jahre alt ist, sind da schon zukunftsorientierter aufgestellt.“

SSVE-Frauen gegen Waspo: Auch das Frauenteam des SSVE ist am Samstag (16 Uhr) im Einsatz und trifft im Sportbad Neckarpark im Bundesliga-Vorrundenspiel auf Waspo Hannover. „Das Hinspiel haben wir deutlich gewonnen. Daher gehe ich davon aus, dass es gut laufen wird“, betont Teamchefin Iris Schneider. Während die Esslingerinnen also die Wassersportfreundinnen aus Hannover tabellarisch auf Abstand halten wollen, möchten die Wasserballer in Würzburg erst einmal die Schwankungen in den Griff bekommen.

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