Wasserball-Bundesliga: SV Cannstatt Noch eine Stufe bis zum Oberhaus
Die Wasserballer des SV Cannstatt gewinnen Spiel eins des Play-off-Finals der Bundesliga, Gruppe B, gegen den SV Krefeld 1972 mit 10:9. .
Die Wasserballer des SV Cannstatt gewinnen Spiel eins des Play-off-Finals der Bundesliga, Gruppe B, gegen den SV Krefeld 1972 mit 10:9. .
Nach dem Abpfiff bedankten sich die Spieler des SV Cannstatt bei ihren Fans, um sich gleich danach für ein Foto in Position zu bringen, lauthals in die Kamera zu brüllen und die Fäuste in die Höhe zu recken. Nein, der 10:9-Sieg (4:4,3:2,3:2,0:1) am Samstag im heimischen Sportbad Neckarpark über den SV Krefeld 1972 bedeutete nicht den entscheidenden Sprung in die A-Gruppe der Bundesliga. Vielmehr haben sich die Gastgeber im Play-off-Finale der Gruppe B eine gute Ausgangslage für die entscheidenden Spiele an diesem Samstag und möglicherweise Sonntag in Krefeld geschaffen. In der Best-of-Three-Serie benötigen sie damit noch einen Erfolg, um wieder erstklassig zu sein. Letztmals war dies in der Spielzeit 2015/16 der Fall.
Cannstatts Coach Djordje Milojkovic ordnet den Erfolg wie folgt ein: „Es ist noch eine Stufe bis zum Oberhaus.“ Bis es soweit war, war vor allem der Übungsleiter am Beckenrand sehr nervös, schimpfte häufig und wurde das ein oder andere mal von seinem Kapitän Lennart Löscher wieder auf eine erträgliche „Normaltemperatur“ gebracht. „Ich bin zwar nicht mehr so oft im Wasser anzutreffen“, sagt Löscher, „aber meine Aufgabe besteht unter anderem auch darin, Djordje zu beruhigen. Wir ergänzen uns hervorragend.“
Beruhigen, und zwar die Mannschaft, war auch das wichtige Thema während der Woche vor dem ersten Finalspiel, was Milojkovic laut Löscher bestens gelang. Er habe den Druck vom Team genommen, immer und immer wieder betont, dass es nichts zu verlieren habe, nur gewinnen könne. Und die Akteure mit den roten Badekappen gingen tatsächlich selbstbewusst ins Spiel und überstanden auch so manch kritische Situation recht souverän. So zum Beispiel auch den letzten Abschnitt, in den sie mit einer 10:8-Führung gingen, aber trotz guter Möglichkeiten ohne Torerfolg blieben. Doch den Gästen aus Krefeld – Erster in der Hauptrunde vor den Cannstattern – gelang nur ein Treffer. Neben einer guten Abwehr ein großer Verdienst von Torhüter Boris Tepic, der zum Spieler des Spiels gewählt wurde. Sowieso sind die Cannstatter auf der Position mit der Nummer 1 sehr gut besetzt. Die beiden anderen Keeper, Max Vernet Schweimer und Florian Pirzer, waren zuvor in den dramatischen Halbfinalbegegnungen gegen Bayer Uerdingen jeweils die besten Akteure im Wasser. „Da haben wir ein Luxusproblem, damit lebe ich aber gerne“, sagt Milojkovic schmunzelnd, der aber mit der Defensivleistung der Seinen nur zu „70 Prozent zufrieden“ war. Grund: ein immer wiederkehrender Spielzug der Gäste mit Verlagerung von der rechten auf die linke Seite, vor dem der Coach gewarnt hatte, aber seine Spieler ihm anscheinend nicht richtig zugehört haben. „So haben sie das zweite Spiel der Hauptrunde gegen uns gewonnen, den Spielzug wollten wir eigentlich unterbinden“, konstatiert der SVC-Coach.
Milojkovic hat nun knapp eine Woche Zeit, um ein Mittel gegen den Spielzug zu finden. Fest steht aber schon: „Wir wollen es jetzt wissen, das Finale durch einen weiteren Erfolg gewinnen und aufsteigen.“ Die Ausgangslage ist gut und wird wohl auch noch besser. Denn Routinier Veljko Stanimirovic ist in Krefeld wieder dabei. Dieser fehlte am Samstag wegen Verpflichtungen mit der U-14-Nationalmannschaft, bei der er Co-Trainer ist. „Seine Erfahrung können wir gebrauchen, ich rechne mit einem oder auch zwei hektischen Spielen“, sagt Milojkovic, der mit der Mannschaft auch in Krefeld auf jeden Fall ein Siegerfoto machen möchte. Dann aber als frischgebackener Aufsteiger in die Bundesliga.
SV Cannstatt: Tepic – Momirski (4), Scherrieble (3), Löscher (1), Zemun (1), Patsiavouridis (1), De Marco, Hartmann, Wottschel, Tick, Kraut, Huskic, Pletikosic.