Wasserball: SV Cannstatt Doppelter Krimi fürs Play-off-Finale
Der Stuttgarter B-Bundesligist behauptet sich gegen Uerdingen zweimal im Fünfmeterschießen. Nun hofft sein gestresster Trainer auf die krönende Zugabe.
Der Stuttgarter B-Bundesligist behauptet sich gegen Uerdingen zweimal im Fünfmeterschießen. Nun hofft sein gestresster Trainer auf die krönende Zugabe.
Durch manche Dinge muss man dann eben durch. Das sind die Risiken und Nebenwirkungen des Trainerjobs. Sicher ist sich Djordje Milojkovic, „dass mich dieses Wochenende zwei Lebensjahre gekostet hat“. Zumindest aber, dass ihm „graue Haare gewachsen sind“. Und dennoch: Am Ende strahlte er übers ganze Gesicht. Nervlich geschafft, aber happy – so lässt sich das aktuelle Fazit für den Coach und seine Wasserballer des SV Cannstatt ziehen. In einem zweigeteilten Halbfinalkrimi vor Heimpublikum haben die Neckarstädter ihr ambitioniertes Zwischenziel erreicht: Sie stehen als Aufsteiger in der Play-off-Endspielserie der Bundesliga-B-Gruppe. Zum erhofften direkten Durchmarsch in die Erstklassigkeit ist es nun nur noch eine Hürde.
Einstweilen entwickelte sich das Duell mit dem Hauptrunden-Sechsten SV Bayer Uerdingen zu einem Nervenkitzel der speziellen Art. Nach der 10:12-Niederlage vor Wochenfrist beim Gegner war klar, dass die Cannstatter an ihrer Ausweichheimstätte des Esslinger Insel-Freibads zwei Siege brauchten, um im Titelrennen zu bleiben. Beide wurden es – und zwar beide dramatisch zugespitzt im Fünfmeterschießen. Am Samstag gab es schließlich ein 15:14 zu bejubeln, tags darauf dann ein 13:12. Nach Ablauf der regulären Spielzeit war es jeweils unentschieden gestanden (10:10, 8:8).
„Letztlich etwas glücklich für uns, über die gesamte Saison gesehen aber sicher verdient“, sagt Milojkovic, der in seinen Torhütern die Matchwinner sah. Wohl dem, der auf dieser Position über eine solche Auswahl verfügt. „Weil wir da mehrere Leute auf starkem Level haben“, entschied der Trainer sich „für ein bisschen Rotation“. Im aktuellen Spiel eins glänzte der Platzhirsch Florian Pirzer. Nicht zuletzt dank ihm kamen die Seinen trotz eines 7:10-Rückstands vier Minuten vor Schluss im Endspurt noch einmal zurück. In Spiel zwei wiederum stellte der Startransfer vom Januar seine Klasse unter Beweis. Max Vernet Schweimer, seines Zeichens aus der Ludwigsburger „Konkursmasse“ verpflichteter Nationalkeeper, wartete unter anderem mit der ausschlaggebenden Fünfmeterparade auf. Im Anschluss machte Veljko Stanimirovic mit seinem verwandelten Versuch alles klar.
Das damit verbundene Finalticket ist aus Mijokovics Sicht „ein mit der jungen Mannschaft überragender Erfolg“. Freilich: einer, den die Cannstatter nun noch toppen wollen. Die Chance zur krönenden Zugabe folgt gegen den SV Krefeld. Der Hauptrundenerste hat sich seinerseits gegen den SSV Esslingen durchgesetzt. Auftakt des Best-of-three-Vergleichs ist am nächsten Samstag (Uhrzeit noch offen) im Sportbad Neckarpark. Für das Rückspiel sowie eine eventuell nötige dritte Partie sind in Krefeld die Termine 24. und 25. Mai vorgesehen. Für den Verlierer bleibt danach noch eine weitere Aufstiegsoption über die Relegation.
„Ein Scheitern wäre kein Drama“, sagt Milojkovic – „aber wir wollen jetzt schon weiter gewinnen und aufsteigen.“ Zur Not auch auf Kosten weiterer Nerven und Haare.