Wasserfontäne beim Böblinger Stadtfest Die richtigen Schmerzen kamen erst nach dem Abbau
Der Böblinger Gastwirt Freddy Nestele erzählt, wie er beim Stadtfest von einer Wasserfontäne in die Luft geschleudert wurde.
Der Böblinger Gastwirt Freddy Nestele erzählt, wie er beim Stadtfest von einer Wasserfontäne in die Luft geschleudert wurde.
Eine mit drei Stichen genähte Platzwunde am Kopf, Prellungen und diverse Schürfwunden: Freddy Nestele sieht immer noch mächtig mitgenommen aus. „Net so arg gut“, antwortet er auf die Frage, wie es ihm denn jetzt gehe, gut eine halbe Woche, nachdem er beim Böblinger Straßenfest einen unfreiwilligen Sturzflug auf der Poststraße hingelegt hat.
Grund dafür war ein kurioser Unfall, bei dem in der Nacht auf Samstag, etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht, ein Abschleppwagen ein Standrohr in einem Hydranten aus der Verankerung gerissen hatte. Der Böblinger Gastwirt Freddy Nestele hatte das noch verhindern wollen.
„Stopp!“, habe er noch geschrien, woraufhin die Frau, die mit ihrem Fahrzeug einen Falschparker in der Pfarrgasse abschleppen wollte, kurz angehalten habe. Offenbar hatte sie aber nicht überrissen, dass sie mit den kleinen Rädern ihres Fahrzeugs an dem quer über die Straße gelegten Trinkwasserschlauch hängen geblieben war.
Just in dem Moment, als Nestele sich über das Standrohr beugte und versuchte, den Schlauch wieder zurückzuziehen, sei das Fahrzeug weitergefahren. Die Leitung knickte ab und eine Wasserfontäne schoss mit hohem Druck Meter hoch in die Höhe. „Das war schon ein Erlebnis“, sagt er, als er sich an den Moment erinnert, als das Wasser ihn mit der Wucht von 5,5 Bar in die Luft katapultierte.
Zwei bis drei Meter hoch sei er geflogen, schätzt der 62-Jährige. Nachprüfen lässt sich das nicht, aber seine Verletzungen sprechen in jedem Fall für eine harte Landung. An viel mehr als seinen kurzen Flug kann sich der langjährige Schwanenwirt und aktuelle Betreiber der Musikkneipe Freddchen in der Klaffensteinstraße nicht erinnern.
Erst im Krankenwagen sei er wieder zu sich gekommen. „Ich weiß nur noch, dass da auf einmal Feuerwehr und Krankenwagen da waren und mir jemand eine Decke umgelegt hat. Ich war ja klatschnass von dem kalten Wasser“. Der Rettungsdienst brachte ihn ins Krankenhaus, das er am nächsten Tag schon wieder verließ, um beim Stadtfest zu arbeiten. „Ich musste doch da sein, weil ich dort in der oberen Poststraße für die Stände und die Bühne verantwortlich war“, erzählt er.
Ganz so leicht, wie zuerst gedacht, seien seine Verletzungen aber nicht. Beim Stadtfest war der Gastwirt noch zu beschäftigt, um seinen Wunden viel Beachtung zu schenken. Die richtigen Schmerzen kamen erst nach dem Abbau: „Am Dienstag habe ich den ganzen Tag im Krankenhaus verbracht“, sagt der Gastronom. „Aber Gott sei Dank, keine Gehirnblutung“, berichtet er. „Das wird mit Sicherheit noch ein Nachspiel haben“, kündigt er an, dass er eine Strafanzeige wegen Körperverletzung stellen wolle.
„Heute ruhe ich mich noch aus“, sagt Nestele am Mittwoch. Schon am Wochenende steht bei ihm schließlich wieder ein volles Programm an: Am Freitag spielen Lukas Len Music im Freddchen, für Samstag ist The lonesome Rider angekündigt. In der darauffolgenden Woche folgt mit dem „Schlemmen am See“ schon der nächste Kraftakt für Freddy Nestele und sein Team. Vom kommenden Mittwoch bis zum Sonntag herrscht dann Hochbetrieb an Grill und Zapfhahn.
Auf Hochtouren laufen derzeit auch die Trockengeräte in der Poststraße 51 sowie im Lager und den Ausstellungsräumen von Marquardt Küchen in der Nummer 53. Laut Vermieterin Dagmar Reichle werde es mindestens zwei Wochen dauern, dort die Feuchtigkeit aus der massiv sanierungsbedürftigen Bausubstanz zu bekommen.