Wasserschaden im Bundesstützpunkt Die Böden sind komplett ruiniert

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Ein Wasserschaden in beiden Hallen wirbelt den Trainingsbetrieb im Bundesstützpunkt in Schmiden kurz vor den Saisonhöhepunkten durcheinander.

Oberbürgermeisterin Gabriele Zull (links), Baubürgermeisterin Beatrice Foto: Eva Herschmann
Oberbürgermeisterin Gabriele Zull (links), Baubürgermeisterin Beatrice Foto: Eva Herschmann

Schmiden - Vier Tage haben die Gymnastinnen vom Bundesstützpunkt für Rhythmische Sportgymnastik in Schmiden in der neuen Übungshalle trainiert. Dann kam in der Nacht von Pfingstmontag auf Dienstag der große Regen und überflutete Alt- und Neubau.

Die Böden sind ganz, die Wände teils ruiniert

Zentimeterhoch stand in manchen Räumen das Wasser, die Betroffenen standen unter Schock. Die Böden sind ganz, die Wände teils ruiniert, mit gravierenden Folgen für den laufenden Betrieb. Beide Hallen sind derzeit gesperrt, wann dort wieder trainiert werden kann, steht in den Sternen. Und das ausgerechnet kurz vor den deutschen Meisterschaften an diesem Wochenende in Nürnberg und den ersten Weltmeisterschaften der Juniorinnen Mitte Juli in Moskau – beides mit Schmidener Beteiligung. „Zum Glück haben wir noch die Halle nebenan, die in der Mitte ausreichend hoch ist. Aber wenn nächste Woche die Schule wieder beginnt, wird es eng“, sagt Kathrin Igel, die Stützpunktleiterin.

Allein die Kosten für die Teppiche belaufen sich auf rund 200 000 Euro

„Es ist ein Drama“, sagt Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull beim Vororttermin am Dienstag. Die Schäden sind mit bloßem Auge erkennbar. An den Holzverkleidungen in beiden Hallen sind die Spuren zu sehen, die das Wasser hinterlassen hat, und die Böden sind noch immer feucht. „Die Gutachter haben bereits eine Begehung gemacht, aber noch können wir die Höhe des Schadens nicht beziffern“, sagt die Verwaltungschefin. Fakt ist, die Böden sind nicht mehr zu gebrauchen. „Wir müssen die Gebäude auf den Rohbauzustand zurückführen und neu aufbauen. In ein paar Wochen ist das nicht erledigt“, sagt Baubürgermeisterin Beatrice Soltys. Allein die Kosten für die Teppiche belaufen sich auf rund 200 000 Euro. Bei den Wänden sieht es offensichtlich nicht ganz so verheerend aus. Teile davon können wohl abgeschraubt, getrocknet und wieder angebracht werden.

Die Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb sind fast noch dramatischer als die finanziellen Folgen

Wer schuld daran ist, dass der Starkregen sowohl in der fast 40 Jahre alten Halle als auch in dem knapp drei Millionen teuren Neubau so viel Schaden anrichten konnte, da halten sich die Vertreter der Stadt und Michael Bürkle, der frühere Stützpunktleiter und jetzt Vizepräsident Olympischer Sport beim Schwäbischen Turnerbund, bedeckt. Als das Unwetter kam, war der Neubau gerade fertiggestellt und die alte Halle für ein neues Dach schon abgedeckt worden. „Die Versicherung ist eingeschaltet, wir müssen das Gutachten abwarten“, sagt Gabriele Zull.

Die Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb sind fast noch dramatischer als die finanziellen Folgen.

Schließlich finden Mitte September in Baku auch noch die Weltmeisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik statt

Der Wasserschaden stellt die Verantwortlichen vom Leistungszentrum, in dem 23 Kader-Gymnastinnen trainieren, vor große organisatorische Probleme. Denn die Sporthalle, die in der Mitte das erhöhte Dach hat, das die Gymnastinnen für ihre hohen Würfe benötigen, ist außerhalb der Schulferien täglich bis 17 Uhr von den Schulen und anschließend noch von Vereinen belegt. „Wir müssen uns am Montag alle zusammensetzen und nach einer Lösung suchen“, sagt Gabriele Zull. Schließlich finden Mitte September in Baku auch noch die Weltmeisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik statt, und die deutsche Nationalgruppe will sich dort für Olympia 2020 qualifizieren. Die Stadt hat jedenfalls bereits bei den Nachbarn in Waiblingen angefragt, wie es mit den Belegungszeiten in der dortigen Rundsporthalle aussieht. „Es wird wohl kaum möglich sein, den Schulsport auszulagern, aber vielleicht Teile des Vereinssports“, sagt Fellbachs Oberbürgermeisterin.

Trotz Pfingstferien drang die Kunde vom Wassereinbruch bis zu Marcus Vornhusen, den Direktor des Gustav-Stresemann-Gymnasiums. „Er hat mich angerufen und versichert, dass wir das gemeinsam hinkriegen“, sagt Kathrin Igel.