Wasserschäden in der Grundschule in Hemmingen Sanierung an „Hemminger Schimmel-Schule“ beginnt

Von Stefanie Köhler 

Lehrer und Schüler der Hemminger Grundschule klagen über gesundheitliche Probleme. Eine Luftmessung im feuchten Gebäude 4 soll zeigen, wie schlecht die Luft tatsächlich ist.

An der Hemminger Grundschule steht bereits der Bauzaun. Foto: factum/Granville
An der Hemminger Grundschule steht bereits der Bauzaun. Foto: factum/Granville

Hemmingen - Die Suche nach den Ursachen für die Feuchtigkeit in der Hemminger Grundschule geht voran. In der Einrichtung für aktuell 250 Kinder, die durch zwei Fernsehbeiträge überregional als „Hemminger Schimmel-Schule“ bekannt geworden ist, sind inzwischen die Handwerker angerückt.

Nach dem Abgang des Ortsbaumeisters Josef Lang hat Jörg Haspel die Planung und Koordination der Sanierungsarbeiten am Dach der Grundschule übernommen. Der Architekt und Hemminger Gemeinderat (Freie Wähler) war schon an mehreren Schulsanierungen beteiligt. Er geht davon aus, dass die Dacharbeiten innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen sein werden. „Etwas ist undicht. Wir müssen jetzt herausfinden, was es ist“, sagt Jörg Haspel. Er betont: „Spätestens im neuen Schuljahr muss wieder alles in Ordnung sein.“

Kameras befahren die Rohrleitungen

Der Bauzaun steht seit Montag auf dem Schulhof. An diesem Dienstag soll das Gerüst aufgebaut werden, sodass die Handwerker das Flachdach abnehmen können. Auch sollen in den bereits mit Flecken übersäten Räumen in Gebäude 4 – davon betroffen sind Foyer und Hausaufgabenzimmer – die Wände unterhalb der Flecken aufgeschlagen werden. Kameras fahren dann durch sämtliche Rohrleitungen. Weil das etwa zwei Wochen lang lärmt, dürfen die Handwerker immer erst von 13 Uhr an arbeiten. So will Eberhard Kammerer sicherstellen, dass der Schulbetrieb möglichst störungsfrei weitergeht. „Krach ist nur an den Nachmittagen erlaubt“, sagt der 65-jährige Rektor. Trotzdem fällt der Klavierunterricht vorerst aus. Das Instrument lässt sich nur schwer umziehen.

Eberhard Kammerer zeigt sich zuversichtlich – und erleichtert, dass sich was tut an seiner Schule, die seit 2002 für mehr als fünf Millionen Euro etappenweise saniert worden war. „Jetzt ist der Zug drin, den ich mir lange gewünscht habe“, sagt der Rektor. Durch Medienberichte und hitzige Debatten im Gemeinderat sei nach drei Jahren einiges in Gang gekommen. Zudem bekommt die Schule Platzmangel, wenn noch mehr Räume geschlossen werden müssen.

Husten, Schnupfen, Halsweh, Kopfschmerzen

In dem Bau für Drittklässler dringt schon seit Jahren durch das Flachdach Wasser ein. Das Gebäude ist feucht, riecht modrig und muffig. Seit Sommer ist der Hausaufgabenraum im Untergeschoss ungenutzt, die Möbel landeten im Müll. Ende März hat der Rektor ein Klassenzimmer dicht gemacht – und eine Vorbereitungsklasse der Glemstalschule musste zurück nach Schwieberdingen, nachdem sie aus Platzgründen nach Hemmingen gekommen war. Doch ein Drittklässler habe schon immer Probleme mit den Bronchien, und die Eltern fürchteten, dass die feuchte Luft den Gesundheitszustand des Jungen verschlimmern könne. „Ich lasse mir nicht nachsagen, dass ich Kinder in gefährdende Situationen schicke“, sagt Eberhard Kammerer. Zuvor hatte die Vorsitzende des Elternbeirats, Heidi Beck, im Gespräch mit unserer Zeitung von Schülern berichtet, die immer wieder länger krank seien – Husten, Schnupfen, Halsweh. Viele Schüler klagten außerdem über Kopfweh.

Wie schlecht die Luft in Bau 4 wirklich ist, werden die Ergebnisse einer Luftmessung der Prüfgesellschaft Dekra zeigen. Hemmingen gab sie in den Osterferien in Auftrag, „um die Sorgen der Eltern hoffentlich entkräften zu können“, sagt der Bürgermeister Thomas Schäfer (CDU). Er rechnet Ende der Woche mit Ergebnissen.