Wasserspiele helfen gegen die Hitze Kühle Fontänen locken nicht nur Kinder

Von Dirk Herrmann 

Angesichts der Hitzewelle suchen die Menschen schattige Plätzchen in den Wäldern oder im Stadtpark. Auf dem Guntram-Palm-Platz bieten die Sprudler wohltuende Abkühlung. Die Teichanlagen sind jedoch nicht als Schwimmbassins vorgesehen.

Herrlich erfrischend, aber eigentlich verboten: Das Bad bis zum Kinn im Teich. Foto: Ingrid Sachsenmaier
Herrlich erfrischend, aber eigentlich verboten: Das Bad bis zum Kinn im Teich. Foto: Ingrid Sachsenmaier

Fellbach - Am Sonntag kühle 27 Grad. Am Montag knackige 32 Grad – an diesem Dienstag dann 35 und am Mittwoch peilt die Wettermaschine an die 40 Grad an. Oder „darf’s no a bissle meh sei?“ Oh mein Gott, nein, nein, nein! Doch die große Hitzewelle hat Baden-Württemberg und somit auch Fellbach und Kernen im Griff. Wo soll das denn noch alles enden?

Nun, womöglich an jenen Stätten, die ein wenig Abkühlung versprechen. sofern man sich dies in seiner Lebens-Arbeits-Balance leisten und mal ein paar Stunden zwischendrin ausspannen kann, empfiehlt sich das langsame Erklimmen des Kappelbergs in Richtung Schurwald oder auch der schattenspendende Oeffinger Hartwald – natürlich Trinkflasche stets in Griffweite halten.

Das F3-Bad und das Stettener Bädle locken

Alternativ denkbar ist die Abkühlung im Schwimmbecken – das vorherige Eincremen mit Sonnenschutzmilch sollte man allerdings nicht vergessen. Das F3 in Fellbach wie auch das Stettener Bädle locken mit erfrischendem Nass.

Großer Beliebtheit erfreut sich seit einigen Wochen allerdings in Fellbach auch eine andere Möglichkeit der Erfrischung. Als sogenannter „Hotspot“ (aktuell einpassender Begriff) hat sich die Grünspange-Süd entwickelt, wie der Bereich vor einiger Zeit Jahren mal in Verwaltungsdrucksachen genannt wurde – ohne dass sich die Bezeichnung durchgesetzt hätte. Gemeint ist der Stadtpark – genauer: das Areal vor der Schwabenlandhalle, vor ziemlich genau zwei Jahren offiziell in Guntram-Palm-Platz umgetauft.

Als wesentlicher Bestandteil des Fellbacher Beitrags zur aktuellen Remstal-Gartenschau hat das ganze Gelände rund um die Vorzeige-Mehrzweckhalle eine beeindruckende Aufhübschung erfahren. Die vielen schattigen Plätze werden nicht nur in der Mittagspause genutzt, um Luft und Licht zu tanken. Die Stadtwerke haben einen Trinkwasserspender nahe des Eingangs zur Schwabenlandhalle installiert. Dazu kommen vier Spielgeräte: eine Slackline zum Balancieren, ein Musikmach-Podest zum Draufhüpfen, ein Minitrampolin und ein zum alten Friedhof hin aufgestelltes und wie ein Viertelesglas gestaltetes „Vier gewinnt“ mit roten und blauen Spielsteinen.

OB Zull war sich schon bei der Planung sicher: Die Sprudler werden ein Renner

Die Attraktion schlechthin sind gerade bei den aktuellen Temperaturen die 25 Sprudler. Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull war sich bereits bei den ersten Vorort-Planungen im Juli 2017, bei ähnlich sengender Sonne wie derzeit, sicher: Derartige Fontänen kannte sie von ihrer Heimatstadt Reutlingen, das werde auch in Fellbach ein Renner.

So ist’s tatsächlich: Mal sind’s 80. mal auch 100 vor allem jüngere Kinder, die zwischen den kühlenden Fontänen umhertollen. Der Teich, der früher an warmen Tagen von unschönem Grün überwuchert war, bietet glasklares Wasser. Die Technik funktioniert und es gibt kein Algenwachstum mehr.

Anders als die Sprudler eignen sich die Teich-Anlagen allerdings nicht als Schwimmbecken-Ersatz. „Füße im Wasser baumeln lassen ist kein Problem. Doch für den Ganzkörper-Einsatz sind sie nicht geeignet“, erklärt Joachim Voraus von der Grünflächenabteilung des Tiefbauamtes der Stadt. Das Wasser im Becken ist weder gechlort noch für einen Badeeinsatz aufbereitet. Das Ein- oder Untertauchen kann daher auch mal leichte gesundheitliche Beeinträchtigungen mit sich bringen, und die großen Kiesel am Beckenboden sind nicht rutschfest.

Fußbaden in den Teichen ist erlaubt, Schwimmen hingegen nicht

„Die Teichanlagen gehören zur Grünflächengestaltung und sind nicht als Schwimmbassins geplant.“ Die Becken sind mit einer komplizierten Technik ausgestattet, die das Wasser ständig filtert, damit die Algen keine Chance haben. „Die Anlagen sind zwar robust, doch ein ständiges Durchlaufen und Drüberhüpfen oder auch die Blockade der Absauger wird der Technik mittelfristig schaden“, warnt Joachim Voraus im voraus. „Wir wollen, dass alle Spaß an dem kühlen Nass haben. Daher die Bitte, die Teiche zum Fußbaden zu nutzen, aber nicht zum Schwimmen.“