Das Wasser glitzert, die Sonne scheint und wenn das Brett so über die Oberfläche gleitet, fühlt es sich ein bisschen an wie Fliegen. Nein, ich bin nicht am Strand von Hawaii und auch nicht im fernen Bali, sondern am Stuttgarter Neckar! Hier bieten seit Kurzem die beiden Stuttgarter:innen Kathrin und Kai Foiling-Kurse an - und ich durfte das Ganze testen.
Foilen ist quasi Surfen ohne Wind und Wellen. Man unterscheidet hier zwischen zwei Arten: Dem Foil Pumping und dem E-Foiling.
"Wie ein 100-Meter-Lauf"
Beim Foil Pumping benötigt man ein spezielles Board mit Tragflügeln. Am eigentlichen Surfbrett ragt eine übergroße Finne ins Wasser, an deren Ende befindet sich ein Tragflügel, ähnlich dem eines Flugzeugs. Strömt das Wasser durch den Flügel, entsteht eine Antriebskraft, die das Brett gleiten lässt. Klingt erst einmal simpel, doch die Umsetzung ist gar nicht so leicht.
"Jede Runde ist wie ein 100-Meter-Lauf", sagt Kai, dem jeder Sprung vom Steg auf das Brett gelingt, während ich als Anfängerin erst einmal baden gehe und auch nach dem achten Sprung schon nach wenigen Sekunden ins Wasser falle.
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Muskelkater garantiert
Etwas einfacher zu lernen, ist das E-Foiling. Hier bringt nicht die reine Muskelkraft das Brett zum Gleiten, sondern jede Menge Technik, die im Board verbaut ist. Der elektrische Propeller und die effizienten Tragflügel lassen das Board über das Wasser fliegen. Die Geschwindigkeit kann über einen kleinen Controller gesteuert werden, gelenkt wird mit dem Körpergewicht. Das macht Spaß und klappt schon nach ein paar Minuten recht gut.
In beiden Fällen gilt: Voller Körpereinsatz ist gefragt und Muskelkater garantiert.
Jede:r kann mitmachen
"Menschen, die von einer Brettsportart wie Skateboarden oder Wellenreiten kommen, haben einen Vorteil, weil sie schon ein Gefühl für die Balance mitbringen - aber auch Quereinsteiger finden ihren Spaß", erklärt mir der 45-jährige Kai. Da habe ich also aufgrund meiner Surferfahrung einen kleinen Vorteil.
Zu der Sportart ist das Paar vor zwei Jahren gekommen. Beide surfen leidenschaftlich gerne, haben sich so auch kennengelernt. "Als vor zwei Jahren die Coronapandemie anfing, haben wir uns gefragt, wie wir unsere Surf-Leidenschaft weiter nachgehen können", erzählt Kathrin. So kamen die beiden zum Foilen.
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Mittlerweile bieten sie Kurse auf dem Neckar bei Stuttgart an. Die Kurse dauern zwei oder vier Stunden und können entweder nur für eine der beiden Board-Arten oder als Kombipaket gebucht werden. Teilnehmen kann jede:r, das nötige Equipment bringen Kathrin und Kai mit: Helm, Weste, Schuhe und einen Neopren-Anzug, in den Kathrin einen mit Geduld und den richtigen Kniffen reinzwängt. "Selbst mitbringen muss man nur gute Laune", da sind sich die beiden einig.
Nach einer kurzen Einweisung und ein paar Trockenübungen an Land, geht es ziemlich schnell aufs Wasser. Kai hält das Board in Ufernähe fest, während ich am Steg Anlauf nehme, um mit einem großen Satz auf das Brett zu springen. Ich platziere den rechten Fuß zu weit hinten und lande mit einem großen Platsch im Wasser. Dabei breche ich die einzige Regel, die ich mir zuvor selbst gesetzt habe: Ich schlucke einen großen Schwall braunes Neckarwasser, das man schon von weitem riechen kann. Und ja, auch Treibgut, Entenkot und Abfälle aller Art sieht man ein paar Zentimeter vom Board den Fluss entlang treiben.
Nicht zu viel Wasser schlucken
Nun komme ich nicht mehr darum herum, ich stelle die Frage aller Fragen: "Wie steht es um die Wasserqualität im Neckar? Kann man da unbedenklich rein?" "Es ist kein Trinkwasser", sagt Kai und lacht. Wer aber schon einmal im Ausland, wie zum Beispiel in Marokko gesurft sei, wisse, dass der Neckar dagegen ein Klacks sei, entgegnet die 35-jährige Kathrin. Na dann!
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Das Foilen hat in jedem Fall Potential, die nächste Trendsportart auf dem Wasser zu werden - finde ich und Kai und Kathrin sowieso. Denn immer dann wenn das Meer zu weit weg, die Sehnsucht nach Sonne, Natur und vor allem Surfen aber riesengroß ist, hilft ein Ritt auf dem Foil-Board. Leeres Line-up und kleiner CO2-Fußabdruck garantiert!
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