Wasserversorgung Trinkwasser wird beste Qualität bescheinigt

Von Torsten Ströbele 

Die Netze BW Wasser GmbH war im Botnanger Bezirksbeirat zu Gast, um über die Wasserversorgung zu sprechen. Während es in Zuffenhausen, Stammheim und Feuerbach Umstellungen gab, bleibt in Botnang alles beim Alten.

Zwischen den Jahren 2008 und 2016 wurde vor allem in weiten Teilen des  Stuttgarter Nordens von Bodensee- auf Landeswasser umgestellt. Foto: Netze BW
Zwischen den Jahren 2008 und 2016 wurde vor allem in weiten Teilen des Stuttgarter Nordens von Bodensee- auf Landeswasser umgestellt. Foto: Netze BW

Stuttgarter Norden - Woher kommt das Wasser, das aus den Botnanger Hähnen fließt? Gibt es Unterschiede in der Qualität? Und: Sind in den kommenden Jahren Veränderungen geplant, über die der Bezirksbeirat Bescheid wissen sollte? Diese und einige andere Fragen haben die Botnanger SPD-Lokalpolitiker Mark Bachofer und Norbert Latuske in einem Antrag formuliert: „Der Bezirksbeirat Botnang erbittet eine Stellungnahme und einen Sachstandsbericht von der Stadtverwaltung und gegebenenfalls darüber hinaus auch von der Netze BW Wasser GmbH.“ Die Ratskollegen unterstützten das Ansinnen der Sozialdemokraten.

Hintergrund des Antrags war, dass „die Trinkwasserversorgung in Stuttgart teils durch Bodenseewasser und teils durch Landeswasser erfolgt, was auch eine Versorgung mit unterschiedlichen Wasserqualitäten bedeutet“, schrieb die SPD. In den vergangenen Jahren habe es vor allem im Stuttgarter Norden Veränderungen bei der Wasserversorgung gegeben. „Hier werden weitere Gebiete mit dem Landes-wasser anstelle des Bodenseewassers versorgt“, hieß es bei den Sozialdemokraten. „Gibt es Überlegungen, die Versorgungs-gebiete des Landeswassers anstelle des Bodenseewassers noch weiter auszuweiten? Welche Auswirkungen auf die Kosten der Wasseraufbereitung hat ein höherer Versorgungsgrad durch das Landeswasser und wie wirkt sich das auf die Kosten des Trinkwassers aus? Da das Donauwasser flussaufwärts stärker beansprucht wird, beispielsweise durch Landwirtschaft und durch die Trinkwasserversorgung in Ulm, sind insbesondere auch der Kläraufwand und die Wasserqualität von Interesse.“

Die Nitratwerte liegen weit unter dem Grenzwert

In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats waren nun namhafte Gäste der Netze BW Wasser GmbH zu Gast, um die Fragen der Lokalpolitiker zu beantworten. Geschäftsführer Harald Hauser hatte Laborleiter Martin Schneider und den Technischen Leiter Marcus Schaufuß mitgebracht. „Wir sind nicht oft zu den Sitzungen des Bezirksbeirates geladen. Deshalb freuen wir uns sehr, bei Ihnen zu sein“, sagte Hauser. „Und ich möchte es gleich vorwegnehmen: In Botnang sind keine Änderungen geplant.“ Das habe auch gute Gründe – nämlich wirtschaftliche.

Die drei Herren von der Netze BW Wasser GmbH gingen dann auch ins Detail: Die Wasserversorgung in Stuttgart sei eine der anspruchsvollsten in Deutschland. Daran sei vor allem die Topografie schuld. Grundsätzlich bekämen die Stuttgarter – wie im SPD-Antrag formuliert – entweder Bodensee- oder Landeswasser. Letzteres sei eine Mischform aus dem Grundwasser von der Schwäbischen Alb, der Buchbrunnenquelle bei Dischingen und dem Flusswasser aus der Donau. Bis 2008 sei vor allem das Bodenseewasser in die Landeshauptstadt geflossen. In den vergangenen Jahren habe es diesbezüglich einige Umstellungen gegeben – vor allem im Stuttgarter Norden. „Wo das technisch möglich, sinnvoll und wirtschaftlich war, haben wir umgestellt“, sagte Schaufuß. Während Stammheim, Zuffenhausen und Feuerbach betroffen waren, habe sich in Botnang nichts geändert. „Ihr Stadtbezirk ist sehr anspruchsvoll – bezüglich des Höhenunterschieds. Es gibt zwei Druckzonen und drei Behälter. Sie bekommen Bodenseewasser. Das fließt von oben. Landeswasser müssten wir pumpen. Das wäre nicht wirtschaftlich“, betonte der Geschäftsführer Harald Hauser. Qualitativ gebe es bei den beiden Wasserarten aber keine Unterschiede. Der Nitratwert beim Landeswasser lag im Jahr 2018 bei 21,4 Milligramm pro Liter, der beim Bodenseewasser bei 4,1 Milligramm pro Liter, sagte Martin Schneider. Beides sei aber einwandfreies Trinkwasser. Der Grenzwert liege bei 50 Milligramm pro Liter. „Unterhalb dieser Schwelle kann man nicht sagen, dass das eine oder das andere Wasser besser oder schlechter ist.“ Die chemischen Grenzwerte der Trinkwasserversorgung würden einen Sicherheitsfaktor enthalten und gingen grundsätzlich von einem lebenslangen Genuss von täglich zwei bis drei Litern aus.

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