Wave-Gotik-Treffen in Leipzig Wenn klassische Gruftis auf Kostüm-Freaks treffen

Beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig zeigen die Besucher wieder ihre aufwendigen Outfits. In unserer Bildergalerie zeigen wir die besten Bilder. Foto: dpa 28 Bilder
Beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig zeigen die Besucher wieder ihre aufwendigen Outfits. In unserer Bildergalerie zeigen wir die besten Bilder. Foto: dpa

Zum Wave-Gotik-Treffen in Leipzig versammeln sich zu Pfingsten rund 20.000 Anhänger der schwarzen Szene. Hier gibt es die besten Bilder der Veranstaltung.

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Leipzig - Beim Wave-Gotik-Treffen in Leipzig versammeln sich Jahr für Jahr zu Pfingsten rund 20.000 Menschen aus dem In- und Ausland. Sie alle fühlen sich der dunklen Szene zugehörig, ohne dass sich diese wirklich auf einen Nenner bringen ließe. Kostüm-Freaks kommen ebenso nach Leipzig wie klassische Gruftis oder Fans des Düster-Rocks. Das verbindende Element ist die Farbe Schwarz. Im Vordergrund stehe beim WGT neben der Musik und der Kultur an 50 verschiedenen Veranstaltungsorten das Leute-Treffen, sagt die Journalistin und langjährige WGT-Besucherin Jennifer Hoffert-Karas. „Es ist einfach das weltgrößte Treffen seiner Art“, sagt Hoffert-Karas.

Lack und Leder, bimmelnde Glöckchen, Irokesen - auf dem Wave-Gotik-Treffen (WGT) in Leipzig gibt es nichts, was es nicht gibt. Viele Besucher sind zwar einfach irgendwie schwarz gekleidet, aber es gibt auch viele aufwendige Outfits. Eine Typologie der WGT-Besucher:

GOTHIC - DER KLASSIKER: Undercut, ausladendes Kleid, irritierend weiße Kontaktlinsen - „Gothic, grob gesagt“, so beschreibt Judith aus Frankfurt/Main ihr Styling. „Aber das ist keine Verkleidung“, betont die 21-Jährige. Wenn sie feiern gehe, trage sie diese aufwendige Kleidung. Auch ihr Alltag sei nicht so weit weg davon. Judith arbeitet als technische Redakteurin in einer großen Firma, „ein ganz normaler Büro-Job“.

UNIFORMEN: Militärische Kleidung ist auf dem WGT vielfach zu sehen. Meist sind es Fantasie-Uniformen. Aber warum überhaupt in Uniform auf’s WGT? „Vier Tage, acht Outfits - da gehört auch mal eine Uniform dazu“, sagt Julius (29). Für ihn sei es ein ironisch-modisches Statement, das ihm einfach gefalle. In seinem Job im Management eines Pflegeheims bleibe davon nichts mehr übrig. Dort erscheint er „ganz normal, mit Hemd und allem“.

MASKEN: Pferdemasken, Gasmasken, Monstermasken - ein bisschen Grusel ist dabei, wenn die Maskenmänner und -frauen des Weges kommen. „Das ist so eine Art Hobby, ein Fetisch“, erklärt Thomas (30) aus Chemnitz. Beim Reden macht er Schnaufgeräusche wie Darth Vader. Mehrmals im Jahr, immer auf größeren Veranstaltungen, sei er maskiert unterwegs, sagt der Werkzeugmacher.

STEAMPUNK: Wie aus der Zeit gefallene Menschmaschinen - so wirken die Steampunks auf dem WGT. „Steampunk ist die Idee, was gewesen wäre, wenn sie im Viktorianischen Zeitalter schon unsere Technik gehabt hätten“, erklärt Thomas (55). Mit seinen Freunden hat der Dresdner „Nautlilaus“ mit aufs WGT gebracht, ein Wägelchen, das Musik spielt und mit allerlei älteren technischen Apparaturen bestückt ist. Es sei eine Hommage an Jules Vernes.

CYBERGOTH: Viel Lack, hautenge Kleidung, Perücken mit Plastik-Schläuchen in Signalfarben - das ist Cybergoth. Cindy (35) aus Moers geht so zum WGT. „Mir gefällt das einfach“, sagt sie. Was genau stellen Cybergoths dar? „Das ist was Futuristisches, Zukunftsmäßiges, mit Computern.“ Manga, man kennt es in Leipzig gut von der Buchmesse, gehe auch in diese Richtung.

BAROCK: Der deutsche Adel kommt auch auf das WGT. Manuela (51) und Mike (50) zum Beispiel vertreten ihn in opulenten Barock-Kostümen, mit Lockenperücke und weiß gepuderten Gesichtern. „Uns gefällt diese Zeit des Barock und Rokoko. Da war einfach alles schön: die Schlösser, die Kunst“, sagt Manuela. Neben dem WGT stehen für sie auch Barockfeste und -bälle im jährlichen Terminkalender.

WEISS GEHT AUCH: Weiße Engelsflügel, weißes Kleid, blutroter Mund - es muss nicht immer schwarz sein auf dem WGT, zeigen Wadim (34) und Vanessa (29). „Das machen wir manchmal, extra in weiß zu kommen, als Provokation, um sich ein bisschen abzuheben“, sagt Wadim aus Bayern. Eine besondere Richtung sei ihre Kleidung nicht, sagt Vanessa. Doch ob schwarz oder weiß - eines sei auch ihr Outfit auf keinen Fall: eine Verkleidung. Vanessa: „Es ist eine Lebenseinstellung. So fühle ich mich wohl.“




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