Tanja und Heiko Bader führen das Restaurant, Leonidas Iliadis steht in der Küche vom Haus am See. Foto: Kathrin Haasis
Für Heiko Bader ist die Lage nicht zu toppen: Der Restaurantfachmann hat sich am Max-Eyth-See in die Selbstständigkeit gewagt. Er setzt auf Kontinuität im Lokal des Anglervereins.
In dem Alter sich noch selbstständig machen? Heiko Bader wagte den Schritt nur, weil alles passte. „Irgendwie sollte es so sein“, dass er und das Lokal zusammenkommen, sagt der 51-Jährige. Schließlich ist er selbst Angler und war jahrelang Mitglied im Württembergischen Anglerverein, seinem Verpächter. Zweitens ist er „seit mehr als 30 Jahren in der Gastronomie zu Hause“. Und drittens findet er, die Lage am Wasser sei nicht zu toppen in Stuttgart. „Die Chance, an so ein Objekt zu kommen, bekommt man nur ein Mal im Leben“, ist er sich sicher. Als er hörte, dass sein Vorgänger Holger Waiblinger aufhören wollte, besprach er sich mit seiner Frau Tanja und bewarb sich beim Anglerverein. Nach einer kurzen Schließzeit für einen frischen Anstrich übernahm Heiko Bader Mitte November die Geschäfte.
Am Haus am See kommt jeder Spaziergänger vorbei, der am Max-Eyth-See unterwegs ist. Im Winter sieht der Blick von der Terrasse nicht ganz so idyllisch wie im Sommer aus. Foto: Kathrin Haasis
Sein Beruf passt zur neuen Wirkungsstätte: Restaurantfachmann hat der 51-Jährige im früheren Hotel Eiss in Leonberg-Ramtel gelernt – nach alter Schule, betont er, als dem Gast sein Essen noch vorgelegt und der Fisch am Tisch filetiert wurde. Ein paar Stationen machte er danach, zum Beispiel in Brenners Parkhotel in Baden-Baden. Die vergangenen 14 Jahre führte Heiko Bader dann ein Hotel mit mehr als 140 Zimmern in Leonberg, einer Bar und einem Restaurant. Mit dieser Erfahrung ist er fürs Haus am See seiner Ansicht nach gut gerüstet. Der dortige Küchenchef Leonidas Iliadis ist sein Freund, dass er mit ins Haus am See wechselte, war „eine Voraussetzung“ für die Übernahme. „Er macht es spitze“, sagt Heiko Bader über die Kochkünste des „griechischen Schwaben“, wie er ihn nennt. Tanja Bader komplettiert das Dreierteam: Seine Frau kümmert sich um Personal und Buchhaltung.
Mittagstisch mit dem beliebten Salatbuffet
Das Haus am See ist mit seinen 250 Sitzplätzen im Sommer keine kleine Aufgabe. „Das geht nicht ohne die entsprechende Erfahrung“, sagt der Restaurantfachmann. Januar und Februar sind die ruhigsten Monate, weshalb um 18 Uhr bereits Schluss ist und nicht erst um 22 Uhr. Aber auch dann ist der Mittagstisch sehr beliebt, berichtet der Wirt, „manche Gäste kommen jeden Tag“ – und manche bereits seit 50 Jahren.
Hähnchenroulade mit Spinat und Käse gefüllt auf Kräuter-Rahmbandnudeln und Rucolaspitzen bietet Leonidas Iliadis zum Beispiel oder gebackenes Schollenfilet mit Remoulade, Zitrone und Petersilienkartoffeln. Der Preis dafür liegt bei 12,50 Euro, mit Salat vom beliebten Buffet sind es drei Euro mehr. Als „schwäbische Küche mit Pfiff“ beschreibt Heiko Bader das Konzept, „das muss hier sein“. Gekocht wird durchgehend, am Nachmittag gibt es außerdem Kaffee und Kuchen.
Außer etwas grüner Farbe an den Wänden und neue, ebenfalls grüne Bekleidung für die Mitarbeiter setzt er im Haus am See auf Kontinuität: „Zu viel Veränderung ist nicht gut“, ist er sich bei dem Objekt sicher. Sein Ziel ist es, weiterhin ein beliebter Treffpunkt für Wanderer, Radfahrern, die Vereinsmitglieder und die Nachbarschaft zu sein. Seinem Gefühl nach war bestimmt schon jeder Stuttgarter mindestens ein Mal im Leben in dem Vereinslokal des Anglervereins essen. „Wo Natur, Genuss und Begegnung zusammenkommen“, lautet sein Slogan für das Restaurant am Max-Eyth-See – passend zum frischen grünen Anstrich.