Stuttgart - Die Personalrochade bei den Metallarbeitgebern geht weiter. Im Vordergrund stehen dabei zwei Unternehmer aus Baden-Württemberg. Erst am vorigen Wochenende war bekannt geworden, dass Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger neuer Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeber (BDA) werden will, weil Amtsinhaber Ingo Kramer seinen Rückzug eingeleitet hat und Dulger als seinen Nachfolger vorschlägt.
Die beiden Wahlen soll Ende November erfolgen
Nun soll der Südwestmetall-Vorsitzende Stefan Wolf den frei werdenden Posten beim Dachverband in Berlin erhalten. Er sei froh, dass Wolf „sich bereit erklärt hat, das Amt des Präsidenten von Gesamtmetall ebenso kurzfristig zu übernehmen“, teilte Dulger mit. Nach Rücksprache im Präsidium schlage er dessen Wahl vor.
Diese soll am Rande des Deutschen Arbeitgebertags, vermutlich am 26. November, erfolgen. „Ich bin mir sicher, dass er das Amt und die Tarifrunde in hervorragender Weise meistern wird“, betont Dulger. „Gemeinsam müssen wir für eine starke Stimme der Arbeitgeber auch im Jahr der Bundestagswahl 2021 sorgen.“
Rückschlag für die IG Metall
Dulger (56) ist seit acht Jahren Präsident von Gesamtmetall. Zudem ist er Chef des Heidelberger Familienunternehmens Prominent Dosiertechnik, das weltweit in mehr als 100 Ländern tätig ist und etwa 2700 Mitarbeiter hat. Der 59-jährige Jurist Wolf wiederum hat Dulger schon vor acht Jahren als Vorsitzender von Südwestmetall beerbt. Bereits seit 2006 ist der gebürtige Oberndorfer Vorstandschef des Automobilzulieferers Elring-Klinger.
Als Kandidat für Gesamtmetall war auch der Chef von Metall NRW, Arndt G. Kirchhoff, gehandelt worden. Doch der hat letztlich abgewunken. Nun dürfte die baden-württembergische Sichtweise auf die Tarifpolitik der Arbeitgeber noch mehr zählen als ohnehin schon. Für die IG Metall im Südwesten ist der Wechsel von Wolf ein Rückschlag, weil dem Bezirksleiter Roman Zitzelsberger kurz vor der Tarifrunde sein Pendant als Verhandlungsführer abhandenkommt. Er freue sich, „dass wieder ein Arbeitgeber aus dem Ländle für das Amt des Gesamtmetall-Präsidenten nominiert ist“, äußerte Zitzelsberger. Er habe Wolf immer als einen „konstruktiv-kritischen und verlässlichen Verhandlungspartner“ erlebt.