Kürzlich stand in Stuttgart mal wieder der Turnsport an sich im Mittelpunkt des Geschehens. In der Porsche-Arena ging der DTB-Pokal über die Bühne – war aber natürlich beeinflusst von den Geschehnissen der vergangenen Monate. An den Turnstandorten in Stuttgart und Mannheim ging es um Missbrauchsvorwürfe früherer und aktueller Turnerinnen.
Um diese Aufzuarbeiten und dem Turnen einen Weg in eine positive Zukunft zu weisen, hat vor einigen Wochen das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg den hiesigen Landessportverband gebeten, eine Arbeitsgruppe zu installieren. Diese hat sich Mitte dieser Woche erstmals getroffen und ihre Arbeit aufgenommen.
Ihr Auftrag ist klar umrissen: „Aufarbeitung und Organisationsentwicklung zum Schutz vor interpersoneller Gewalt im leistungsorientierten Turnsport in Baden-Württemberg.“ Fünf Expertinnen und Experten machen sich fortan an diese Aufgabe. Wobei es einen ersten personellen Wechsel bereits gegeben hat.
Clemens Binninger, einst Mitglied des Bundestags und im zweiten NSU-Untersuchungsausschuss, hatte zunächst zugesagt, sieht die Untersuchungsmöglichkeiten der AG aufgrund der parallel laufenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen derzeit als „begrenzt“ an und bat darum, man möge auf seine Mitarbeit verzichten.
Stattdessen mit dabei: Nadine Hildebrand. Die einstige Olympiateilnehmerin ist Rechtsanwältin und zertifizierter Compliance-Officer, zudem war sie Athletensprecherin (2018 bis 2024) und Mitglied der Anti-Doping-Kommission (2019 bis 2024) des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV).
Der frühere Generalstaatsanwalt Klaus Pflieger wurde zum Vorsitzenden der AG bestimmt. Ende Juli soll ein erster Bericht vorliegen.