Wechsel im Vorstand bei Stihl Stihl holt Topmanager von GEA – Personalchef mit Transformationsaufgabe
Ulrich Braig übernimmt das Personalressort beim Motorsägenhersteller Stihl in Waiblingen. Warum seine Berufung mehr ist als ein Routinewechsel.
Ulrich Braig übernimmt das Personalressort beim Motorsägenhersteller Stihl in Waiblingen. Warum seine Berufung mehr ist als ein Routinewechsel.
Ein Wechsel mit Signalwirkung: Beim schwäbischen Traditionsunternehmen Stihl rückt ein neuer Mann an die Spitze des Personalressorts. Der Aufsichtsrat hat Ulrich Braig zum Vorstand für Personal und Recht berufen, wie das Unternehmen mitteilt. Zum 1. September soll er die Verantwortung übernehmen – und damit eine Schlüsselrolle in einem Konzern, der sich zwischen Tradition und Transformation neu ausrichten muss.
Damit endet eine kleine Ära. Sein Vorgänger, Michael Prochaska, zieht sich nach rund eineinhalb Jahrzehnten an der Spitze des Ressorts in den Ruhestand zurück. Seit 2012 hatte er die Personalpolitik des Familienunternehmens geprägt – und laut Aufsichtsratschef Nikolas Stihl entscheidend zur „zukunftsorientierten Ausrichtung“ beigetragen.
Braig, Jahrgang 1971, gilt als erfahrener Manager zwischen Mitbestimmung und Transformation. Der promovierte Jurist bringt Stationen bei Konzernen wie IBM und der Körber AG mit, zuletzt verantwortete er als Personalvorstand die globale Personalstrategie bei der GEA Group AG in Düsseldorf, einem weltweit führenden Technologiekonzern für die Nahrungsmittel-, Getränke- und Pharmaindustrie. Seine Laufbahn liest sich wie ein Lehrbuch der modernen Arbeitswelt: Experte für Mitbestimmungsangelegenheiten, Personalleiter, Konzernpersonalleiter.
Er verfüge zudem über „umfangreiche Erfahrungen in der Umsetzung großer Veränderungsprojekte“, betont Nikolas Stihl. Eine Formulierung, die aufhorchen lässt in Zeiten, in denen Industrieunternehmen zwischen Fachkräftemangel, Digitalisierung und Nachhaltigkeitsdruck navigieren müssen.
Schon ab dem 1. Juni wird Braig Teil des Vorstands sein, bevor er drei Monate später offiziell die Verantwortung übernimmt. Seine Bestellung ist zunächst auf drei Jahre angelegt – ein üblicher Zeitraum, der zugleich als Bewährungsprobe gilt.
Für Stihl, seit Jahrzehnten Marktführer bei Motorsägen, ist der Personalbereich mehr als nur Verwaltung: Er entscheidet darüber, wie ein traditionsreiches Industrieunternehmen den Spagat zwischen globalem Wachstum und familiärer Unternehmenskultur meistert. Knapp 20.000 Beschäftigte weltweit, ein Umsatz von zuletzt über fünf Milliarden Euro – Zahlen, welche die Dimension der Aufgabe erahnen lassen.