Die Kantorin der evangelischen Petrus-Lukas-Gemeinde Gerlingen, Beate Zimmermann, geht nach drei Jahrzehnten in den Ruhestand. Sie blickt auf spannende Zeiten zurück.
Als ihr Telefon klingelt, feilt Beate Zimmermann gerade an ihren Abschiedsworten. „Es war so viel los“, stellt sie rückblickend fest. Sie sei „sehr wehmütig“. Beate Zimmermann ist seit 30 Jahren Kantorin und Organistin der Petrusgemeinde, die vor Jahren mit der Lukasgemeinde fusioniert hat. An diesem Sonntag, 25. Januar, wird die 66-Jährige in den Ruhestand verabschiedet (10 Uhr, Petruskirche). Ihre Nachfolgerin ist Kristina Pfeffer. Die Organistin arbeitet in der Internationalen Bachakademie Stuttgart im Künstlerischen Betriebsbüro.
Beate Zimmermann, die sich augenzwinkernd als „Gerlinger Gewächs“ bezeichnet, ist mit Musik groß geworden. Als Teenager habe sie einen „tieferen Zugang zu Kirche gefunden“ – und beschlossen, Musik und Theologie beruflich zu verbinden. In Esslingen hat sie Kirchenmusik studiert.
Beate Zimmermanns Traum ist wahr geworden
Mit Ausnahme des Studiums und eines Abstechers nach Böblingen als Bezirkskantorin von 1984 bis 1986 ist sie ihrer Heimat Gerlingen treugeblieben. Und mit den Chören, ihrer „treuesten Truppe“, zusammengewachsen, wie sie sagt. „Wir haben uns jede Woche gesehen.“ Mit dem Chor der evangelischen Petruskirche – er feierte 2022 sein 100-Jahr-Jubiläum – habe sie sich einen Traum erfüllt, erzählt Beate Zimmermann: Im Jahr 2017 haben sie „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy aufgeführt, „ein unglaublich schönes Oratorium“, schwärmt die Kirchenmusikerin noch immer. Wenige Jahre später, im Mai 2020, erhielt Beate Zimmermann einen besonderen Ehrentitel: Die württembergische Landeskirche ernannte sie zur Kirchenmusikdirektorin.
Gern erinnert sich Beate Zimmermann auch an die „große Blütezeit“ des Jugendchors, das war noch vor der Coronapandemie. Da sei sie froh gewesen um ihr Studium der Popmusik, von dem stets auch der Erwachsenenchor profitierte, in Form von moderner Musik und Bandarbeit.
Während der Jugendchor aktuell wieder auflebe – nach dem coronabedingten Einbruch und wegen ausbildungsbedingter Weggänge – übergebe sie nun einen beständigen, rund 50 Mitglieder starken Erwachsenenchor, der ordentlich Fortschritte gemacht habe. Nachwuchsmangel ist für Beate Zimmermann ein Fremdwort. „Es sind ständig neue Mitglieder nachgekommen.“ Woran das liegt? „Wir sind eine gute Gemeinschaft. Ich höre immer wieder, dass man sich bei uns im Kirchenchor wohlfühle und wir lustig seien.“ Auch die gemeinsamen Ausflüge würden verbinden.
Singen will Beate Zimmermann weiterhin – aber anderswo
Langweilig wird Beate Zimmermann im Ruhestand nicht werden. Sie, Mutter zweier Söhne und Großmutter dreier Enkel, will mehr Zeit mit der Familie verbringen. Auf die frei verfügbaren Wochenenden freue sie sich. Und darauf, mehr Sport zu treiben und zu reisen. Für 2027 plant Beate Zimmermann erneut eine Tour nach Südafrika. Ihrer Leidenschaft, dem Singen, will sie weiter nachgehen. Allerdings nicht in „ihrem“ Kirchenchor. Den will sie ganz ihrer Nachfolgerin überlassen, ohne sich zu vergleichen zu müssen.