Wechsel von zwei Fußballern Darum ärgert sich der TSV Ehningen so über den GSV Maichingen

, aktualisiert am 12.02.2026 - 07:37 Uhr
Trainer Johannes Pfeiffer (2. v. re.) vom TSV Ehningen stoßen die Umstände des Wechsels von Lars Jäger (re.) und Marcel Berberoglu (Nummer 22) zum GSV Maichingen sauer auf. Foto: Eibner/Stefan Rosenfeld

Dass zwei Fußballer innerhalb der Landesliga, Staffel II, vom TSV Ehningen zum GSV Maichingen wechseln, schlägt hohe Wellen. Die Kritik an der Vorgehensweise ist deutlich.

Der Wechsel von Marcel Berberoglu und Lars Jäger vom TSV Ehningen zum GSV Maichingen ist mit einigen Nebengeräuschen verbunden. Die Verantwortlichen auf der Schalkwiese sind vor allem unglücklich mit der Art der Kommunikation des Klassenkameraden aus dem Allmend.

 

TSV-Trainer Johannes Pfeiffer spricht in diesem Zusammenhang von Halbwahrheiten. „Dass der GSV nur zwei Leute von uns angesprochen hat, stimmt nicht ganz“, erzählt er. Inoffiziell habe es beispielsweise im Rahmen der Sindelfinger Hallen-Gala durchaus noch mehr Anfragen gegeben – „nach dem Motto: Wenn du nicht in Ehningen verlängert hättest, würden wir dich auch gerne nach Maichingen holen“, so Pfeiffer.

Beim Wechsel vom TSV Ehningen zum GSV Maichingen auf Zeit gespielt

Zudem stößt ihm sauer auf, dass der Wechsel von Jäger und Kapitän Berberoglu letztlich zum Spiel auf Zeit wurde. „Sie hatten zu uns erst gesagt, sie bleiben zu 95 Prozent und müssten nur überlegen, wenn woanders höhere Summen als üblich gezahlt werden. Aus den 95 wurden mit der Zeit immer weniger Prozent. Lars und Berbe sind halt jetzt in einem Alter, in dem Geldverdienen mit Fußball in den Vordergrund rückt“, erklärt Pfeiffer.

„Die Leute bekommen ja mit, dass in Maichingen sehr viel Geld an Spieler bezahlt wird“, weiß der Ehninger Coach. Grundsätzlich seien finanzielle Verlockungen auch kein Problem, denn „es ist ja deren Sache, was sie zahlen – und wahrscheinlich bekommen manche Spieler in Ehningen auch mehr als bei ihrem vorherigen Verein“. Dass dann aber von GSV-Seite behauptet wird, der Wechsel habe aus Spielersicht rein sportliche Gründe und hinge vor allem mit den neuen Trainern George Berberoglu/Javier Klug zusammen, ärgert Pfeiffer.

Lars Jäger (li.) und Marcel Berberoglu (Nummer 22) haben sich für den GSV Maichingen entschieden Foto: Eibner/Florian Schust

Die kolportierten hohen Beträge beim GSV würden laut Pfeiffer zudem auf Dauer das Gehaltsgefüge im näheren Umkreis kaputtmachen. So stellt sich die Frage: Müssen zukünftig andere Vereine auch etwas drauflegen, um ihre Kicker zu halten oder neue Akteure zu verpflichten?

Auch die Maichinger Ankündigung, noch mehr auf die Jugend setzen zu wollen, löst – nicht nur bei Pfeiffer – Kopfschütteln aus. „Erst begründen sie damit die Trennung von Trainer Thomas Wohland, aber dann fragen sie im halben Kreis Böblingen bei Spielern mit Namen an und machen einen auf Paris St. Germain. Das wäre nicht der Weg, den ich bevorzuge.“

Letztlich ist das Kind längst in den Brunnen gefallen, und der TSV Ehningen muss mit den Abgängen zurechtkommen. „Auch wegen diesen beiden Wechseln wird sich der Kader nächste Saison stark verjüngen“, nickt Johannes Pfeiffer. Es sei sowieso das Ziel, Jahr für Jahr zwei ältere durch jüngere Spieler zu ersetzen. „Jetzt sind wir halt gezwungen, früher einen härteren Cut zu fahren und einen größeren Umbruch zu bewerkstelligen.“ Denn auch bei zwei, drei anderen älteren Spielern sei unklar, wie es weitergeht.

Dafür hat der Verein bereits mit 13 Kickern die Verträge verlängert. Das sind Mustafa Avci, Christian Bildl, Dean Boughanmi, Mikail Dagli, Tino Dannecker, Maurice Dreher, Mustafa Görkem, Max Grausam, Kenan Kasikci, Manuel Nothacker, Ender Özcan, Gabriel Körtge Corral und Marcel Sigloch.

Für viele Jahre einen guten Kern

„Für viele hat sich die Frage gar nicht gestellt, ob sie gehen oder bleiben, denn sie sind überzeugt, dass sie hier ihr Potenzial in einer coolen Mannschaft voll ausschöpfen können“, freut sich der Trainer, dass sich die meisten schon im Dezember oder Januar für den TSV entschieden haben. Es sei ein Zeichen gegen den seiner Ansicht nach sinnlosen Trend, Jahr für Jahr innerhalb des Kreises Böblingen den Verein zu wechseln.

„Ich bin sicher, dass wir damit einen guten Kern haben, der über mehrere Jahre zusammenspielen kann“, findet Pfeiffer. „Dann schauen wir mal, ob wir in ein, zwei Jahren einen Angriff Richtung Tabellenspitze wagen. Das kann man nie vorhersagen.“

Ergänzungsspieler verlassen den TSV Ehningen schon zur Rückrunde

Sicher ist allerdings, dass die Ergänzungsspieler Stefano Meola (zum TV Darmsheim) und Richmond Ansu (zu Germania Bietigheim) den TSV Ehningen bereits zur Winterpause verlassen haben.

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