Gottesdienste in Pandemiezeiten Kirchen reagieren auf die hohen Inzidenzzahlen

Auch auf Abstand ist in Stuttgart  aktuell kein katholischer Gottesdienst mit der Gemeinde erlaubt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Auch auf Abstand ist in Stuttgart aktuell kein katholischer Gottesdienst mit der Gemeinde erlaubt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Nun zieht auch die katholische Kirche die Notbremse: In der Landeshauptstadt dürfen keine katholischen Gottesdienste mehr mit der Gemeinde gefeiert werden. Betroffen sind auch die Erstkommunionsfeiern. Die evangelische Kirche erlaubt noch Präsenzgottesdienste, verschärft aber auch die Regeln.

Lokales: Viola Volland (vv)
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Stuttgart - In Stuttgart liegt die Sieben-Tage-Inzidenz stabil über der 200er-Marke. Das hat nun auch Folgen für die Christen in der Landeshauptstadt – vor allem für die Katholiken. Auf bischöfliche Anordnung zieht die katholische Kirche in Stuttgart die Notbremse: Wegen der hohen Inzidenz dürfen keine Präsenzgottesdienste mehr gefeiert werden. Überschreitet die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Stadt- oder Landkreis an drei aufeinander folgenden Tagen die Marke von 200, so lautet die Anweisung, dann dürfen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart keine Gottesdienste mit Gemeindebeteiligung mehr gefeiert werden. Dies ist in Stuttgart seit Montag der Fall. Davon betroffen sei auch die Erstkommunion, so die Sprecherin des katholischen Stadtdekanats, Nicole Höfle, auf Anfrage. Diese könne leider nicht stattfinden.

Bei der evangelischen Kirche wird etwas anders verfahren: Präsenzgottesdienste werden bei einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 200 und 300 nicht abgesagt, sondern unter freiem Himmel gefeiert. Ausnahmen sind laut dem evangelischen Stadtdekan Søren Schwesig große Kirchen mit guten Lüftungsmöglichkeiten, in Stuttgart zum Beispiel die Stiftskirche und die Johanneskirche. Dort finden weiterhin Präsenzgottesdienste statt.

Digitale Übertragung für die Gläubigen

„Ich habe den Eindruck, dass die Gemeinden das gut mittragen und froh sind, dass ein Gottesdienst noch stattfinden kann“, sagt Schwesig zu der Verlagerung nach draußen. Erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 300, so steht es auch in einem Brief des Oberkirchenrats Ulrich Heckel aus der vergangenen Woche, werden auch in evangelischen Kirchen keine Präsenzgottesdienste mehr gefeiert. Ausnahmen bilden Beerdigungen und Nottaufen sowie Gottesdienste mit wenig Mitwirkenden für die digitale Übertragung.

Nottaufen und Beerdigungen sind auch bei der katholischen Kirche weiterhin erlaubt – und digitale Formate jetzt der Weg der Wahl: In vielen katholischen Gemeinden werden zumindest an den Sonntagen Gottesdienste gefeiert, die live übertragen werden, damit die Gläubigen zu Hause teilhaben können. So gibt es zum Beispiel ein Angebot aus der Domkirche St. Eberhard, aus St. Georg, aus St. Hedwig und aus der Heilig-Kreuz-Kirche. Übertragen wird auch der Sonntagsgottesdienst des katholisch-charismatischen Projekts Homebase. Die spanische und die slowenische Gemeinde bieten Übertragungen der Gottesdienste in der jeweiligen Sprache an. Ein Überblick über die gestreamten Gottesdienste findet sich auf der Seite www.kath-kirche-stuttgart.de.

Die Inzidenzzahlen müssen mindestens fünf Tage unter der 200er-Marke liegen

Erst wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in Stuttgart an fünf aufeinander folgenden Tagen unter der Marke von 200 liegt, dürfen wieder katholische Gottesdienstfeiern mit der Gemeinde stattfinden. Die Entscheidung liege dann einer Mitteilung zufolge beim leitenden Pfarrer und beim Kirchengemeinderat vor Ort, wann es in Präsenz wieder los geht.




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