Wegen Jamaika-Aus Südwest-FDP attackiert Kanzlerin Merkel

Von red/dpa 

Zum Auftakt des Landesparteitags hat der FDP-Landeschef Michael Theurer die Angela Merkel kritisiert. Die Kanzlerin sei verantwortlich für das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen.

FDP-Landeschef Michael Theurer beim Auftakt des Landesparteitags in Fellbach Foto: dpa
FDP-Landeschef Michael Theurer beim Auftakt des Landesparteitags in Fellbach Foto: dpa

Fellbach - FDP-Landeschef Michael Theurer hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für das Scheitern der Jamaika-Verhandlungen verantwortlich gemacht. „Das Kalkül der Kanzlerin war, den Grünen sehr weit entgegenzukommen - in dem irrigen Glauben, die FDP sei sowieso dabei oder billig zu haben“, sagte der Fraktionsvize der FDP im Bundestag zum Auftakt des Landesparteitags am Freitag in Fellbach bei Stuttgart. Merkel habe mit ihrem „Weiter so“ den Modernisierungswillen der Liberalen, aber auch der Grünen ausgebremst.

Nach dem Scheitern von Jamaika sei kolportiert worden, die Gespräche hätten vor der Einigung gestanden. „Da wird die Öffentlichkeit nach Strich und Faden belogen“, sagte Theurer vor 400 Delegierten. Vielmehr habe es noch 100 offene inhaltliche und 237 strittige Punkte gegeben.

An diesem Samstag kommen rund 1400 Liberale zu ihrer traditionellen Dreikönigskundgebung in der Stuttgarter Oper zusammen. Zu den Rednern gehört auch Bundeschef Christian Lindner. Die FDP war bei der Bundestagswahl nach vier Jahren in der außerparlamentarischen Opposition zwar wieder ins Parlament gekommen. Die Gespräche mit Union und Grünen über die Bildung einer Jamaika-Koalition ließ sie im November 2017 aber platzen. Die Partei hat im Südwesten 7300 Mitglieder. Vor einem Jahr waren es 6400.