Die drei evangelischen Kirchenbezirke im Kreis Böblingen wollen sich zusammenschließen. In den kommenden Tagen werden dafür die Weichen gestellt.
Weniger Pfarrstellen, weniger Gemeinden, weniger Mitglieder: Die drei evangelischen Kirchenbezirke Leonberg, Böblingen und Herrenberg mit insgesamt rund 130 000 Mitgliedern müssen sich anders aufstellen und beschließen eine Fusion. Bei den Bezirkssynoden in diesem Monat wollen die gewählten Vertreter der Kirchengemeinden über einen gleichlautenden Richtungsbeschluss beraten und entscheiden.
Die Evangelische Landeskirche in Württemberg verändert sich und muss ihre Strukturen der veränderten Wirklichkeit der Kirchengemeinden und der Entwicklung der Mitgliederzahlen anpassen. Das teilt der Evangelische Kirchenbezirk Herrenberg in einer Pressemeldung mit.
Zeitintensiver Prozess: Überlegungen begannen schon 2023
Von diesen Veränderungen sind auch die Kirchenbezirke im Kreis Böblingen betroffen: Im Herbst 2023 wurde deshalb in der Landessynode ein „Dekanatsplan“ vorgestellt, der vorsieht, dass auch die Kirchenbezirke neu strukturiert werden. Wo immer es möglich und sinnvoll ist, sollen sie dabei auch den geografischen Grenzen der Landkreise angeglichen werden.
Da die Kirchenbezirke Leonberg, Böblingen und Herrenberg weitgehend zum Landkreis Böblingen gehören, haben die drei Kirchenbezirke eine gemeinsame Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, in der über verschiedene Varianten einer neuen Struktur in diesem Bereich nachgedacht wurde. Begleitet wird diese „Steuerungsgruppe“ von der „Vernetzten Beratung“ der Landeskirche.
„Nach ausführlicher Diskussion zeichnet sich ab, dass die sinnvollste Variante wohl eine Fusion aller drei Kirchenbezirke ist“, verkündet die Pressemitteilung das bereits im Vorfeld so erwartete Ergebnis dieser Überlegungen. Mehr als 100 000 Gemeindeglieder in rund 40 Gemeinden wären dann in einem der größten Kirchenbezirke der Landeskirche zusammengeschlossen. Im Dekanatsplan sind dafür zwei mit dem Dekanatamt verbundene Pfarrstellen vorgesehen, eine davon geschäftsführend.
Fusionsgesetz und Bezirkssatzung sind notwendig
In den Bezirkssynoden am Freitag, 14. November, in Leonberg und Herrenberg sowie am 21. November in Böblingen werden die gewählten Vertreter der Kirchengemeinden über einen gleichlautenden Richtungsbeschluss beraten und entscheiden. „Für die Fusion der Kirchenbezirke wäre insbesondere der Entwurf des Fusionsgesetzes und eine Bezirkssatzung auszuarbeiten“, verweist der Pressetext auf die formalen Bedingungen, die es für den Zusammenschluss zu erfüllen gilt.
Sollte der Beschluss gefasst werden, werde dann der 1. Januar 2029 als möglicher Termin für eine Fusion angestrebt, kündigen Gabriele Waldbaur (Dekanin im Kirchenbezirk), Markus Frasch (Dekan im Kirchenbezirk Böblingen) und Thomas Cornelius (Interimsdekan im Kirchenbezirk Herrenberg) an.