Weiers Weinlese Bier auf der Messe

Von Michael Weier 

Es ist sehr ärgerlich: Unser Weinkolumnist Michael Weier verpasst in diesem Jahr erneut die Prowein in Düsseldorf, eine der größten Fachmessen der Welt zum Lieblingsgetränk unseres Kolumnisten. Dafür war er auf der Intergastra in Stuttgart unterwegs – und hat dort immerhin Stände gefunden, an denen Freibier ausgeschenkt wurde.

Intelligentes Selfie auf der Intergastra: Der Weinkolumnist vor Äffle und Pferdle, eines der beliebtesten Motive Foto: Weier
Intelligentes Selfie auf der Intergastra: Der Weinkolumnist vor Äffle und Pferdle, eines der beliebtesten Motive Foto: Weier

Stuttgart - Für Weinliebhaber gibt’s ja die Prowein, eine herrliche Gelegenheit, die Tropfen der Welt in Düsseldorf zu probieren. Im Übrigen eine sehr gute Gelegenheit für einen Weinkolumnisten, mal aus unserer Ecke zu verduften. Genau das mache ich demnächst, allerdings verdrücke ich mich nicht ins Rheinland, sondern nach Kuba. Frei nach dem Motto: Besuchen Sie Kuba, solange es noch steht – und nicht von den US-amerikanischen Nachbarn überrollt worden ist. Ich bin nicht der Einzige, der so denkt, sagte mir die Dame im Reisebüro, die Insel wird von Touristen überrannt, im März kommt zum Beispiel auch Obama nach Kuba; während ich gut geplant habe, stehen seine Reisedaten noch nicht fest. Mal sehen, ob wir einen Cuba libre zusammen trinken, vermutlich will der gute Mann halt auch noch nach Havanna, bevor dort der erste Burger King öffnet.

Aber Kuba ist eine andere Geschichte, dazu nächste Woche mehr, ich war noch nicht fertig mit dem Thema Messe. Zur Prowein gibt’s zwar keine Alternative, in Stuttgart steigt dafür die Intergastra. Beim Branchentreff der Wirte spielt der Wein natürlich eine Rolle. Eine kleine. Die Genossenschaften des Landes bespielten einen Stand, viel mehr war aber nicht zu finden. Ein Glas Sekt bei Kessler – grundsätzlich aber dominierte der Gerstensaft, für Wirte wohl noch immer die wichtigere Ein­nahmequelle, verglichen mit Wein.

Was mir besonders gut gefallen hat, war der ­Messeauftritt der Stuttgarter Privatbrauerei Dinkelacker. Als Lokalpatriot beim Wein bin ich dies natürlich auch beim Bier – seit die Brauerei wieder von der Familie gekauft worden ist, riecht die Luft bei der Heimfahrt durch den Süden der Stadt häufiger ganz besonders. Meine Frau sagt dann immer: Sie brauen Bier!

Ich schweife ab. Auf der Messe ist die Familie ein klares Konzept gefahren: An einem großen Stand wurde ausgeschenkt. Für umme, für Menschen der gepflegteren Ausdrucksform: umsonst. Aufgefallen ist mir gleich, dass die Halle mit den großen Ständen heimischer Brauereien die weitaus am besten besuchte der gesamten Messe war. Wen kümmert schon die neuste Mode bei der Tischwäsche oder die coolste Spülmaschine, wenn zwei Hallen weiter Freibier ausgeschenkt wird?

Ein Rätsel hat sich mir allerdings doch aufgetan. Mittendrin war der Stand der Berg Brauerei. Dort kostete das Bier zwei Euro. Und trotzdem war alles voll. Das kann eigentlich nur bedeuten: Die Messe Intergastra ist bedeutend und wird auch von Nicht-Schwaben besucht. Habe ich mir so gedacht. Bei einem Gläschen vom neuen Jahrgangssekt von Kessler. Das gab’s natürlich ebenfalls umsonst.

Tippe der Woche

An einem Stand auf der Intergastra habe ich Bekannte getroffen, meine lieben ­Fellbacher Weingärtner! Die sind ja immer zu empfehlen.

Fellbacher Weingärtner, Weißburgunder C trocken 2015, 6,75 Euro