Das Fest der Liebe muss kein Fest der Verschwendung sein. Ob Bio-Tannenbaum aus der Region oder selbst gemachte Deko – im Kreis Esslingen gibt es viele Möglichkeiten, bewusst zu feiern.
Weihnachten steht vor der Tür und bringt Vorfreude in den Kreis Esslingen. Die Feiertage spalten aber auch so manche Gemüter. Was für viele das Fest der Liebe und Besinnlichkeit ist, ist auch eine Zeit, die oft mit übermäßigem Konsum und Müll in Verbindung gebracht wird. Beide Seiten haben Recht.
In einer Umfrage der App „too good to go“ gab die Mehrheit der Befragten zum Beispiel an, im Jahr 2022 etwa ein Viertel der in der Weihnachtszeit gekauften Lebensmittel weggeschmissen zu haben. Wie kann man das Weihnachtsfest im Kreis Esslingen nachhaltiger feiern?
Ökologische Weihnachtsbäume
Ein festlich geschmückter Baum gehört für viele zum Weihnachtsfest dazu. Doch der konventionelle Weihnachtsbaum wird laut dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) oft in Monokulturen mit Pestiziden angebaut und über weite Strecken transportiert. Dazu landet er auch nach wenigen Wochen im Müll. Regionale, ökologisch angebaute Bäume aus Mischkulturen, seien eine bessere Wahl. Im Kreis Esslingen werden solche Bäume zum Beispiel in Wernau verkauft, wo Jürgen und Andreas Herrmann ihren Nadelwald pflegen.
Noch umweltfreundlicher seien Bäume im Topf, die nach dem Fest wieder eingepflanzt oder zurückgegeben werden können. Über viele Jahre genutzt, sei zudem selbst ein Baum-Imitat aus Kunststoff nachhaltiger als jährlich ein frisch geschlagener Baum.
Selbstgebastelte Dekoration und umweltfreundliches Licht
Bei der Weihnachtsdeko gilt das Motto: Der beste Schmuck ist der, den man bereits besitzt und über viele Jahre hinweg liebevoll aufbewahrt. Soll es dennoch etwas Neues sein, bieten sich Naturmaterialien wie Holz, Stroh, Stoff oder selbst gebastelte Stücke aus Zapfen und Salzteig an. Lametta und glitzernde Kunststoffe enthalten laut Nabu oft Schadstoffe und verschmutzen die Umwelt.
Für den festlichen Kerzenschein seien schadstoffarme Produkte mit dem RAL-Gütezeichen oder Bienenwachskerzen in Bioqualität empfehlenswert. Bei Teelichtern solle man Varianten ohne Aluminiumschale in wiederbefüllbaren Glasschalen bevorzugen. LED-Lichterketten verbrauchen nur einen Bruchteil des Stroms herkömmlicher Lichter, daher seien diese beim Lichterschmuck zu bevorzugen.
Nachhaltige Geschenke und alternative Verpackungen
Bei Geschenken beginne ein Umdenken bei der Auswahl: Gebrauchte, reparierte oder generalüberholte Produkte sind laut der Verbraucherzentrale oft genauso gut und schonen neben der Umwelt auch den Geldbeutel. Ein Wunschzettel könne außerdem dabei helfen, Fehlkäufe und unnötigen Umtausch zu vermeiden. Und statt des Onlinehandels lohne sich der Besuch im lokalen Geschäft, um Transportwege und Mehrfachbestellungen zu reduzieren.
Bei der Geschenkverpackung könne man statt neuem Geschenkpapier alte Kalenderblätter, Zeitungen, Magazine oder Stofftücher kreativ verwenden.
Regionales und saisonales Festmahl
Das Weihnachtsessen ist ein Höhepunkt der Feiertage, doch oft bleiben viele Reste übrig, die im Müll landen. Eine sorgfältige Planung sei hier besonders wichtig: Eine detaillierte Einkaufsliste, realistische Portionsgrößen und der bewusste Einkauf von haltbaren Lebensmitteln im Vorfeld könnten helfen. Für das Menü selbst sind saisonale und regionale Produkte die klimafreundlichste Wahl, so der Verbraucherschutz.