Weihnachten in Stuttgart Die Wilhelma wird zum „Christmas Garden“

Von Gabriele Metsker 

Frage: Wer geht schon im Winter im Dunkeln in die Wilhelma? Antwort: In diesem Jahr wahrscheinlich Tausende. Denn vom 15. November bis 6. Januar ist alles anders.

Licht ist das bestimmende Element für die Stimmung im Christmas Garden.    Foto: Michael Clemens
Licht ist das bestimmende Element für die Stimmung im Christmas Garden. Foto: Michael Clemens

Da verwandelt sich Stuttgarts zoologisch-botanischer Garten in ein glitzerndes Winterwunderland. Zum „Christmas Garden“ wird dann die Landschaft rund um die Damaszenerhalle und das maurische Landhaus.

Erleuchtet wird sie von mehreren Millionen kleiner Lichter, die Pflanzen und Gebäude in eine märchenhafte Atmosphäre tauchen. Auch einige der Tiere sind mit von der Partie: die Zwergpinguine, die Pelikane und Kormorane und vielleicht sogar ab Ende Dezember die Seelöwen, wenn das neue Gehege bis dahin fertig ist. „Die Tiere sind ja an die Besucher gewöhnt“, sagt Thomas Kölpin, der Direktor der Wilhelma. Er freut sich, dass mit dem Christmas Garden nun sein Wunsch in Erfüllung geht, die Wilhelma auch in den Wintermonaten zu beleben, in denen normalerweise viel weniger Besucher kommen.

Zwei Kilometer zum Träumen

Zum Träumen soll der etwa zwei Kilometer lange Pfad einladen, auf besinnliche und entschleunigte Weise auf die Weihnachtszeit einzustimmen. Er soll ein Gegenpol zum hektischen Treiben auf den Weihnachtsmärkten sein. Dass dies den Nerv der Zeit trifft, zeigen die Besucherzahlen von Christmas Garden in England und Berlin. Dort kommen immer mehr Menschen und lassen sich von den Lichtinstallationen Andreas Boehlkes verzaubern.

Der Stuttgarter Pfad beginnt schon im Eingangsbereich, wo das Mauerrelief mit vielen kleinen Lämpchen nachgezeichnet wird. Die Baumalleen vor der Damaszenerhalle werden durch 400 Lichtnester zur Kristallallee, die Mammutbäume zu verzauberten Riesen und das Maurische Landhaus mit Projektionen verwandelt.

Ein besonderes Highlight wird ein Elefant aus Tausenden kleinen Lichtpunkten. Insgesamt gibt es mehr als 20 Stationen, die jeder in seinem Tempo entdecken kann. Zwischen 45 und 120 Minuten kann ein Rundgang dauern. Weil der Veranstalter kein Gedränge möchte, wird immer nur eine bestimmte Anzahl von Karten für eines der Zeitfenster verkauft: Bis auf Heiligabend und Silvester beginnen diese täglich jeweils um 17, 18, 19 und 20 Uhr. Um 22 Uhr schließt der Park.

Musik und Lichtinstallationen

Auch die Musik spielt eine wichtige Rolle. Sie steht zwar im Hintergrund, leistet aber je nach Lichtinstallation einen wichtigen Beitrag zur magischen Stimmung. Fotopoints sind eingerichtet, an denen man sich beispielsweise mit dem Weihnachtsmann fotografieren lassen kann. Und natürlich säumen auch kulinarische Angebote den Weg.

Nicht zu vergessen: der Wishing Tree, dem man schriftlich einen Wunsch anvertrauen darf. Drei davon wird die Sparda-Bank erfüllen. Offen ist, ob sich der Wunsch von Christian Diekmann, Vorstand der DEAG, welche die Christmas Garden konzipiert und installiert, erfüllt: Schnee. So oder so, sagt Diekmann, hätte er es sich nie träumen lassen, das Konzept einmal im Privatgarten von König Wilhelm  I. von Württemberg umsetzen zu können. Wahrscheinlich hätte auch dieser seine Freude am Christmas Garden gehabt.

Christmas Garden: 15. November bis 6. Januar, täglich (außer Heiligabend und Silvester) 17 bis 22 Uhr, Wilhelma, Tickets 07 11 / 2 555 555