Weihnachtsaktion einer Fellbacher Firma Im Pausenraum wird Nützliches verkauft

Nicht nur die AMF-Lehrlinge Vanessa Emmerich (links) und Ardit Prela sind stolz auf die Produktneuheiten für den Weihnachtsmarkt, der in diesem Jahr in die Firma verlegt wird. Foto: Ingrid Sachsenmaier

Die Azubis von AMF verlagern den traditionellen Verkauf ihrer selbstgefertigten Produkte für den guten Zweck deshalb vom Rathausinnenhof ins Firmengebäude.

Fellbach - Ihr angestammter Platz ist sonst immer auf dem Fellbacher Weihnachtsmarkt. Dort sind die Auszubildenden der Fellbacher Firma Andreas Maier (AMF) seit 2006 mit einem Stand vertreten. Der Weihnachtsmarkt wurde dieses Jahr zwar Corona-bedingt abgesagt, die Weihnachtsaktion der AMF-Azubis gibt es trotzdem. Sie wollen sich vom Virus nicht unterkriegen lassen. Am Grundsatz und der ursprünglichen Idee hat sich im fünfzehnten Jahr der Aktion nämlich nichts geändert. Der Verkauf findet dieses Jahr aber in den Firmenräumen von AMF in der Bruckstraße 43 statt, in einem Raum, der den Beschäftigten des metallverarbeitenden Betriebes normalerweise als Pausen- und Ruheraum dient. Start ist am Mittwoch, 2. Dezember.

 

Die Azubis der Fellbacher Firma Decor und More unterstützen die AMF-Azubis

In den kommenden Wochen bis Weihnachten wird es dort geschäftig zugehen, sechs Verkaufstermine sind geplant. Die Azubis der Fellbacher Firma Decor und More unterstützen die AMF-Azubis dabei, den Raum weihnachtlich zu gestalten. „Es soll richtig schön aussehen“, wünschen sich die Lehrlinge und hoffen „dass viele Menschen kommen, die unsere Produkte kaufen“, wie Vanessa Emmerich sagt. Sie ist Azubi bei AMF im kaufmännischen Bereich. In ihrer Abteilung wurden die Produktliste erstellt und der Flyer, der an vielen Stellen im Stadtgebiet ausgelegt und von den Azubis in diesen Tagen in alle Briefkästen in Fellbach gesteckt wird. Darin sind Adresse und Öffnungszeiten des Weihnachtsverkaufs vermerkt – und auch der Hinweis, dass die Produkte dieses Jahr erstmals telefonisch bestellt werden können. Um die Zeit des Abholens zu verkürzen und „Abstand halten zu können“, so die Überlegung der Azubis.

Sie haben sich im Vorfeld intensiv mit dem Thema Hygiene-Regeln beschäftigt. Die Produkte, wieder sind alle in den Werkstätten von AMF entstanden, werden an mehreren Tischen angeboten. „So wollen wir den Kundenstrom entzerren“, sagt Ardit Prela, er wird bei AMF zum Werkzeugmechaniker ausgebildet und hat sich intensiv in die diesjährige Aktion eingebracht.

Die Handhabung des Tubenquetschers ist absolut simpel

Stolz hält er den „Tubenquetscher“ in der Hand. Das kleine, handliche Teil dürfte den Geschmack der schwäbischen Seele treffen. Es wird für fünf Euro angeboten. Die Handhabung ist absolut simpel, das Ergebnis kommt quasi auf den Teller, die Zahnbürste oder in den Kochtopf. Zwischen die beiden dünnen Metallstäbe wird das Ende einer Tube gelegt und dann aufgerollt. So quetscht sich der letzte Rest Senf, Zahnpasta oder Tomatenmarkt aus der Tube. Sympathisch kommt der „Tubenquetscher“ obendrein daher. Denn das Endstück, mit dem die Drehbewegung erzeugt wird, zeigt das schmunzelnde Gesicht eines Frosches.

Gleich sechs neue Produkte haben sich die Azubis ausgedacht. Neben dem „Tubenquetscher“ ist das ein Serviettenhalter aus Edelstahl. Die Seitenteile sind mit feinen Blattmotiven durchbrochen, das Design hat Anke Masala entworfen, sie wird gerade zur Produktdesignerin bei AMF ausgebildet. Das Teil kostet acht Euro. Filigran und farbig kommen Fotokartenhalter daher. Sie hat Ingrid Schneider entworfen, als sympathische Hingucker auf Regalen und Schreibtischen für fünf Euro pro Stück. Stabil, quadratisch und praktisch ist das Stövchen aus Aluminium, es kostet 15 Euro.

Das Thema Weihnachtsverkauf ist bei den AMF-Azubis das ganze Jahr über präsent

Auch der im letzten Jahr angeschaffte 3-D-Drucker kam wieder zum Einsatz, dieses Mal für Lautsprecher, die den Sound eines Smartphones verstärken. Das anmutende Design aus Kunststoff in ansprechenden Farben gibt es für acht Euro. Nicht fehlen darf natürlich eine Ergänzung für den Weihnachtsschmuck, den zierlichen Stern aus Edelstahl gibt es für drei Euro. Im Sortiment sind weiterhin Objekte aus den vergangenen Jahren, zum Beispiel der Locher, das Set aus Salz- und Pfeffermühle, der Korkenzieher und auch der Flaschenöffner mit Magnet aus dem letzten Jahr.

Das Thema Weihnachtsverkauf ist bei den AMF-Azubis das ganze Jahr über präsent – sie hirnen, tüfteln, probieren aus. Die Form muss stimmen, der Artikel sollte praktisch und im Preis akzeptabel sein, sich als Geschenk eignen und einen großen Kundenkreis ansprechen. Diese Themen sind auch Teil des Lehrplans.

Sabrina Stelly leitet die Ausbildung im kaufmännischen Bereich, im gewerblichen ist Peter Andrianos verantwortlich und im technischen Bereich Steffen Kommode. Sie begleiten und unterstützen die Azubis beim Projekt. Es hat in der Firma einen festen Stellenwert und wurde vor 15 Jahren von AMF-Geschäftsführer Johannes Maier angeregt. Arbeitszeit und Material gehen auf Kosten der Firma.

Dieses Jahr soll die Spende an den „Arbeitskreis Depression und Ängste“ gehen

Wie ein roter Faden zieht sich der hohe Anspruch, den die Azubis an die Produkte haben, durch die vergangenen 15 Jahre. Sie wollen einerseits nützliche Gegenstände anbieten, aber auch weihnachtlich geprägte Ideen für den Gabentisch.

Den Verkauf stemmen sie dieses Jahr ganz alleine, auf dem Weihnachtsmarkt hatten sich immer Mitarbeiter von AMF zusätzlich für den Standdienst einteilen lassen. Der Erlös wird jedes Jahr an eine gemeinnützige Organisation gespendet, die von den Azubis ausgesucht wird. Dieses Jahr soll die Spende an den „Arbeitskreis Depression und Ängste“ gehen. Ein Thema, das in Zeiten von Teil-Lockdown und Corona eine ganz neue Dimension erreiche, haben sich Vanessa Emmerich und ihre Azubi-Kollegen überlegt. In den vergangenen Jahren wurden fünfstellige Erlöse erzielt. Sie wünschen sich, dass das auch in diesem Jahr gelingt.

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