Im November und Dezember kommt das Kindermusical „Die Weihnachtsbäckerei“ in Stuttgart auf die Bühne des Palladium-Theaters. Zur Premiere hat sich Rolf Zuckowski angekündigt.
Der Autor Erich Kästner schrieb seine Weihnachtsgeschichte „Das fliegende Klassenzimmer“ in den bayerischen Alpen – so hatte er zumindest die schneebedeckte Zugspitze in Sichtweite, um sich mitten im Sommer in Winterstimmung zu bringen. Auch Rolf Zuckowski komponierte seine Weihnachtslieder in den 1980er Jahren meistens im Hochsommer. „Ich saß auf dem Balkon und schaute meiner Familie zu, die am Strand war“, erinnert sich der 78-Jährige. „Und dann war ich in der kreativen Grundstimmung, in der ich meine ersten Weihnachtslieder schreiben konnte.“ Alles eine Frage der Einstellung, sagt der legendäre Kinderliedermacher: „Die eigentliche Bedeutung von Weihnachten ist im Sommer genauso spürbar wie im Winter.“
In diesem Advent – genauer: vom 22. November bis zum 29. Dezember – kommt das Musical „Die Weihnachtsbäckerei“, das seit 2018 in Hamburg und seit einiger Zeit auch in Bremen, Duisburg und Berlin gespielt wird, nach Stuttgart. „Ich freue mich sehr, dass wir nun auch weiter in den Süden kommen“, sagt der Liedermacher. Die Vorstellungen finden vor- und nachmittags statt, gespielt wird an den Wochenenden, Feiertagen und Ferien auf der Bühne des Palladium-Theaters, wo abends das Queen-Musical „We Will Rock You“ aufgeführt wird. „Wir freuen uns außerordentlich, dass wir dieses beliebte Musical in einem unserer Stuttgarter Theater zeigen können“, sagt Stephan Jaekel, der Sprecher von Stage Entertainment.
„In der Weihnachtsbäckerei“ erfand Zuckowski auf der Autobahn
„Die Inspiration für meine Weihnachtslieder kam oft im Advent“, erzählt Zuckowski. „Aber dann habe ich mir meistens nur ein paar Notizen gemacht, vielleicht den Refrain geschrieben – und die eigentliche Arbeit auf den Sommer verschoben, weil ich dann mehr Ruhe hatte.“ Der Liedermacher kann sich noch gut daran erinnern, wie er den Einfall für den Klassiker „In der Weihnachtsbäckerei“ hatte: „Das war im Advent 1986: Ich kam von einem Konzert und rief mit meinem ersten gemieteten Autotelefon – einem riesigen Ding – zu Hause an.“ Daheim waren seine Frau Monika und seine drei Kinder mit Plätzchenbacken beschäftigt. „Ich hörte es im Hintergrund klappern und plappern, legte nach dem Gespräch auf – und habe mir dann auf der A1 zwischen Bochum und Hamburg dieses Lied ausgedacht.“ Daheim angekommen waren die Plätzchen fertig – und der Weihnachtsohrwurm schlechthin praktisch auch.
Das Lied, sagt der 78-Jährige, fange die Stimmung ein, die bei ihm Zuhause in Hamburg damals herrschte: „Unsere Küche ist sehr klein. Da war kaum Platz, dass alle zusammen backen konnten. Es war chaotisch mit drei kleinen Kindern, es ging auch mal was daneben oder eine Fuhre verbrannte – und dieses Durcheinander habe ich in dem Lied beschrieben.“ Sein jüngster Sohn Andreas, damals knapp drei, komponierte übrigens „In der Weihnachtsbäckerei“ noch einmal um. „Als er ins Bett ging, hat er auf der Treppe die Melodie gesungen. Aber etwas anders, als ich sie geschrieben hatte – so wie man die Weihnachtsbäckerei heute kennt, denn daraufhin habe ich am Beginn vom Refrain ein paar Töne geändert.“
Die Termine des Musicals „Die Weihnachtsbäckerei“ in Stuttgart
- Premiere: Samstag, 22. November, 10.30 Uhr mit Rolf Zuckowski
- Sonntag, 23. November, 10.30 Uhr
- Samstag, 29. November 11 Uhr
- Sonntag, 30. November 10.30 Uhr
- Freitag, 5. Dezember, 16 Uhr
- Samstag, 6. Dezember, 11 Uhr
- Sonntag, 7. Dezember, 10.30 Uhr
- Freitag, 12. Dezember, 16 Uhr
- Samstag, 13. Dezember, 11 Uhr
- Sonntag, 14. Dezember, 10.30 Uhr
- Freitag, 19. Dezember, 13 Uhr und 16 Uhr
- Samstag, 20. Dezember, 11 Uhr
- Sonntag, 21. Dezember, 10.30 Uhr
- Montag, 22. Dezember, 12 Uhr und 15 Uhr
- Dienstag, 23. Dezember, 10.30 Uhr
- Donnerstag, 25. Dezember, 12 Uhr und 15 Uhr
- Freitag, 26. Dezember, 11 Uhr
- Samstag, 27. Dezember, 11 Uhr
- Sonntag, 28. Dezember, 10.30 Uhr
- Montag, 29. Dezember, 11 Uhr und 14 Uhr
Wann ging ihm auf, dass er damit einen absoluten Weihnachtslied-Klassiker geschrieben hatte – einen Ohrwurm, der noch fast 40 Jahre später in der Adventszeit in jeder Kita und aus jeder Tonie-Box erklingt? „Eigentlich schon, als mein Sohn damals die Treppe hochgegangen ist“, sagt Rolf Zuckowski. „Denn wenn ein Lied so schnell im Kopf bleibt, dann ist was dran.“ Als sie „In der Weihnachtsbäckerei“ 1987 bei Thomas Gottschalks Samstagabendshow „Wetten, dass...?“ präsentierten, konnte auf dem Heimflug das komplette Lufthansa-Personal den Refrain mitsingen. Ein Hit war geboren.
Die Idee, aus Zuckowskis Weihnachtsliedern ein Musical zu machen, hatten Martin Lingnau und Hannah Kohl. 2018 hatte „Die Weihnachtsbäckerei“ in Schmidts Tivoli auf der Hamburger Reeperbahn Premiere. „Martin Lingnau vom Tivoli rief mich an und sagte: Wir möchten versuchen, aus deinen Liedern mehr zu machen. Ich habe ihm das dann anvertraut – und es ist etwas richtig Schönes daraus entstanden.“ Lingnau und Kohl sei es gelungen, in dem Musical die „turbulenten Szenen mit dem Besinnlichen zu verknüpfen“. Die Handlung: Drei Geschwister warten mit ihrem Hund Muffin auf die Eltern, die im Schneetreiben feststecken. Da haben sie eine Idee: Wie wäre es mit Plätzchen backen...
Rolf Zuckowski wird zur Premiere in Stuttgart sein
Rolf Zuckowski erinnert sich gerne an seine Konzerte in der Leonberger Stadthalle oder in der Stuttgarter Liederhalle zurück. „Im Ländle spüre ich einen großen Sinn fürs Familiäre.“ Zum Premierenabend wird der Hamburger auch persönlich in Stuttgart sein: „Am 21. November komme ich zur Vorpremiere, um die Menschen kennenzulernen, die für die Stuttgarter Produktion in die Rollen schlüpfen.“ Und auch die Premiere am Vormittag des 22. November will sich der 78-Jährige nicht entgehen lassen: „Da werde ich zum Da Capo und Schlussapplaus auf der Bühne stehen und den Menschen eine gute Heimfahrt und natürlich auch fröhliche Weihnachten wünschen.“
„Die Weihnachtsbäckerei“ macht Station in Stuttgart
Musical für Kinder
„Die Weihnachtsbäckerei“ mit 20 Liedern von Rolf Zuckowski ist für Kinder ab vier Jahren geeignet. Die Vorstellung dauert 65 Minuten, eine Pause gibt es nicht. Der Vorverkauf startet am Donnerstag, 24. Juli auf www.musicals.de
Termine
Premiere: Samstag, 22. November, 10.30 Uhr mit Rolf Zuckowski; Sonntag, 23. November, 10.30 Uhr; Samstag, 29. November 11 Uhr; Sonntag, 30. November 10.30 Uhr; Freitag, 5. Dezember, 16 Uhr; Samstag, 6. Dezember, 11 Uhr; Sonntag, 7. Dezember, 10.30 Uhr; Freitag, 12. Dezember, 16 Uhr; Samstag, 13. Dezember, 11 Uhr; Sonntag, 14. Dezember, 10.30 Uhr; Freitag, 19. Dezember, 13 Uhr und 16 Uhr; Samstag, 20. Dezember, 11 Uhr; Sonntag, 21. Dezember, 10.30 Uhr; Montag, 22. Dezember, 12 Uhr und 15 Uhr; Dienstag, 23. Dezember, 10.30 Uhr; Donnerstag, 25. Dezember, 12 Uhr und 15 Uhr; Freitag, 26. Dezember, 11 Uhr; Samstag, 27. Dezember, 11 Uhr; Sonntag, 28. Dezember, 10.30 Uhr; Montag, 29. Dezember, 11 Uhr und 14 Uhr